Straubing Tigers gewinnen Derby gegen München mit 4:2

Freitag, 30. Oktober 2026
30.10.2026

Die Straubing Tigers und der EHC Red Bull München lieferten sich zwei Drittel lang eine sehr enge Partie. Nach 40 Minuten stand es durch Tore von Loibl und Rieder noch 1:1. Im letzten Drittel gewannen die Hausherren aber aufgrund einer starken Zweikampfquote von 63 Prozent die Oberhand und rangen die Oberbayern durch Tore von Brandl, Brandt und Halloran mit 4:2 nieder.

Ausgangslage

Am Freitagabend empfingen die Straubing Tigers den EHC Red Bull München zum bayerischen Derby im ausverkauften Eisstadion am Pulverturm. Nach zwölf Spielen belegen die Niederbayern mit 23 Punkten Rang fünf. Am Freitag unterlagen sie den Kölner Haien vor eigenem Publikum mit 3:5, zwei Tage später gewann die Mannschaft von Craig Woodcroft bei den Augsburger Panthern nach Rückstand mit 4:2. Gegen München hatten die Straubinger noch etwas gutzumachen: Das 1:10 am letzten Hauptrundenwochenende der Vorsaison ist bei Fans und Spielern noch in Erinnerung. Mit Mario Zimmermann, Adrian Klein, Stefan Loibl und Tim Brunnhuber wurden vier Tigers für den Deutschland Cup nominiert, der vom 5. bis 8. November in Düsseldorf stattfindet.

Die Münchner reisten als Tabellenvierter mit 24 Punkten aus zwölf Partien an. Das Team von Headcoach Oliver David hat ein erfolgreiches Wochenende hinter sich. Am Freitag besiegte es die Iserlohn Roosters vor ausverkauftem Haus im SAP Garden mit 3:2, am Sonntag folgte ein 4:2-Erfolg bei den Krefeld Pinguinen. Es war bereits der fünfte Sieg im siebten Auswärtsspiel der Saison. Zu den auffälligsten Akteuren zählt Taro Hirose. Routinier Patrick Hager kommt auf sechs Tore und sechs Vorlagen, Verteidiger Ryan Murphy auf zehn Scorerpunkte. Bei den Gästen bestritt Maximilian Kastner sein 600. DEL-Spiel.

Beim Spiel am Freitagabend gab es ein Wiedersehen mit Ex-Co-Trainer Rob Leask sowie Stürmer Elis Hede: Der Angreifer gehörte in der vergangenen Saison zu den offensivstärksten Straubinger Spielern, belegte intern Rang vier der Scorerwertung und wechselte im Sommer nach München. Derzeit stehen bei ihm zwei Tore in zwölf Partien zu Buche. Den umgekehrten Weg ging Filip Varejcka, der nach vier Jahren bei den Oberbayern im Sommer 2025 an den Pulverturm kam, um eine größere Rolle zu übernehmen.

Bei den Straubingern fehlten weiterhin Florian Bugl (Unterkörperverletzung) und Danjo Leonhardt (Oberkörperverletzung). Moritz Kukuk steht nach seiner Erkrankung wieder auf dem Eis und sammelt per Förderlizenz Spielpraxis bei den Eisbären Regensburg in der DEL2. Zudem fehlten in der Aufstellung Jamieson Rees und Simon Seidl. Zwischen den Pfosten des Tigers-Tores stand Jakub Škarek.

Bei den Gästen aus München fehlte Nationaltorhüter Mathias Niederberger, der voraussichtlich bis zum Jahresende ausfällt. Außerdem standen Rio Kaiser, Chris DeSousa, Dominik Kahun sowie Philipp Krening nicht im Aufgebot. Im Tor setzte Coach Oliver David auf Antoine Bibeau.

Spiel

Gerade einmal 32 Sekunden waren gespielt, als Fabio Wagner Stefan Loibl nur noch mittels eines Stockschlags am Abschluss hindern konnte. Straubing kam im Powerplay durch Tyler Madden, Marcel Brandt und Filip Varejcka zu guten Gelegenheiten, aber Antoine Bibeau im Gästetor war von Beginn an hellwach und ließ keinen Treffer zu. Wenig später folgte Powerplay Nummer zwei. Diesmal erwischte es Maximilian Daubner wegen Hakens. Ein Schuss aus dem Hinterhalt von Joseph Duszak wurde noch geblockt, aber genau mit Ablauf der Strafzeit zog Loibl ab und der Puck prallte vom Torgestänge ins Netz (07:42). In der elften Minute gelang den bislang recht unauffällig agierenden Gästen der etwas überraschende Ausgleich. Jeremy McKenna setzte mit einem Querpass Tobias Rieder, der sträflich alleine gelassen worden war, in Szene und der Nationalspieler hatte viel Zeit, um Jakub Škarek auszuspielen (10:17). Sekunden später wäre Duszak beinahe die erneute Führung gelungen, sein abgefälschter Schuss strich jedoch haarscharf am Tor vorbei. Ein Beinstellen von Patrick Hager sorgte für eine erneute Überzahlsituation für Straubing, die diesmal folgenlos für die Gäste blieb. Kurz darauf zog Nick Halloran auf und davon. Bibeau blieb aber im direkten Duell Sieger. Dann bekamen auch die Oberbayern nach einem Haken von Varejcka ihr erstes Powerplay zugesprochen. 33 Sekunden vor Ablauf der Strafe musste zudem noch Stephan Daschner wegen Beinstellens in die Kühlbox. Bei fünf gegen drei hielt Jakub Škarek stark u. a. bei einer Direktabnahme von Münchens Lucas Thaler und so blieb es zur ersten Drittelsirene bei 1:1.

Straubing kam mit viel Energie aus der Kabine und hatte in den Anfangsminuten des zweiten Drittels mehrere gute Chancen. Die beste davon hatte Varejcka, der nach Querpass von Loibl alleine vor Bibeau zum Schuss kam, aber an dessen Schoner scheiterte. Gleich darauf schlug Taro Jentzsch freistehend über den Puck. Auf der Gegenseite stellte sich Adrian Klein Brady Ferguson in den Weg, der es gegen Škarek mit einem Bauerntrick versuchte. In der achten Minute bekamen die Hausherren eine Bankstrafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis, die Spencer Kersten absitzen musste. In Überzahl brannte es mehrfach lichterloh vor dem Straubinger Tor, aber Jakub Škarek behielt gegen Veit Oswald und Jeremy McKenna die Oberhand. Tobias Rieder traf bei seinem Alleingang den Außenpfosten. Auf der Gegenseite brachte ein Verteidiger gerade noch seinen Schläger dazwischen, sodass der Schuss von Hudson Elynuik knapp am Tor vorbeiging. Sekunden später fuhren Loibl und Varejcka einen Konter. Loibl zog nach innen, wurde aber im letzten Moment von Luis Becker geblockt. Mit einem 1:1 ging es auch in die zweite Pause.

Im letzten Drittel waren zunächst die Gäste am Drücker und hatten u. a. durch Ferguson gute Gelegenheiten. Der Puck schlug dann aber in der 44. Minute im Münchner Tor ein. Alex Green zog von der blauen Linie ab und und Linus Brandl fälschte den Puck im Gerangel vor Bibeaus Tor noch ab. Zudem hatte der Münchner Goalie Momente zuvor seinen Schläger verloren. Nach langem Videostudium aufgrund der unübersichtlichen Situation vor dem Tor erkannte das Schiedsrichtergespann den Treffer an (43:21). In der 46. Minute beförderte Adrian Klein den Puck über das Plexiglas und musste wegen Spielverzögerung auf die Strafbank. Die Niederbayern hielten ihre Gegner in Überzahl gut vom eigenen Tor weg, sodass diese zu keinen nennenswerten Torchancen kamen. Kaum waren die Hausherren wieder komplett, legten sie auch gleich nach: Marcel Brandt drosch den Puck von der blauen Linie in die Maschen. Nick Halloran hatte dem Gäste-Goalie die Sicht versperrt (48:11). In der 53. Minute musste Adrian Klein abermals wegen Spielverzögerung in die Kühlbox. Der Vorteil war für die Gäste jedoch gleich wieder dahin, da nur Sekunden später auch Veit Oswald wegen Hakens eine kleine Strafe bekam. Wegen hohen Stocks musste kurz darauf auf Münchner Seite auch noch Lucas Thaler zuschauen, wodurch nun Straubing sogar in Überzahl spielen konnte. Nick Halloran traf zunächst den Außenpfosten, Sekunden später zielte er genauer und der Puck schlug zum 4:1 hinter Bibeau ein – 4:1 (55:00). 3:40 Minuten vor Ende ging Münchens Trainer Oliver David volles Risiko und nahm seinen Torhüter vom Eis. Den Gästen gelang durch Thaler zwar noch der Anschlusstreffer (58:31), am Straubinger Sieg war aber nicht mehr zu rütteln.

Ausblick

Am Sonntag reisen die Straubing Tigers zu den Pinguins Bremerhaven (01.11.2026, 14:00 Uhr, Eisarena am Wilhelm-Kaisen-Platz, Bremerhaven). Nach der Deutschland Cup-Pause steht eine Partie gegen den ERC Ingolstadt auf dem Plan (13.11.2026, 19:30 Uhr, Saturn Arena, Ingolstadt). Zwei Tage später sind die Löwen Frankfurt in Straubing zu Gast (15.11.2026, 16:30 Uhr, Eisstadion am Pulverturm, Straubing).

Übertragung

Die Partien der PENNY DEL werden live bei MagentaSport übertragen. Im Normalfall ist auch unser Fanradio „Straubing Tigers on Air“ bei allen Spielen vor Ort und sendet über die App „Mixlr“ sowie via Internet.

Ticketing

Tickets für die Heimspiele können über das Online-Ticketing der Straubing Tigers unter https://tickets.tigershockey.de sowie gebührenfrei an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Auch die Stadionkassen sind ab 90 Minuten vor Spielbeginn geöffnet.

Straubing Tigers vs. EHC Red Bull München 4:2 (1:1, 0:0, 3:1)

Tore: 1:0 (07:42) Loibl S. (Beaudin N., Brandt M., PP1); 1:1 (10:17) Rieder T. (McKenna J., EQ); 2:1 (43:21) Brandl L. (Green A., McKenzie S., EQ); 3:1 (48:11) Brandt M. (McKenzie S., EQ); 4:1 (55:00) Halloran N. (Duszak J., Beaudin J., PP1); 4:2 (58:31) Thaler L. (Ehliz Y., Rieder T., EQ).

Straubing: Skarek J. (Pantkowski M. – Wieber S.) – Duszak J., Klein A., Halloran N., Madden T., Brunnhuber T. – Green A., Beaudin N., Loibl S., Beaudin J., Varejcka F. – Zimmermann M., Brandt M., Jentzsch T., Elynuik H., Kersten S. – Daschner S., Brandl L., McKenzie S., Bleicher M.

München: Bibeau A. (Bittner M.) – Wagner F., Murphy R., Oswald V., Hager P., Ehliz Y. – Carrick T., Klok L., Hede E., Ferguson B., McKenna J. – Kastner M., Pokka V., Rieder T., Thaler L., Hirose T. – Warnecke M., Becker L., Eisenschmid M., Daubner M.

Strafen: Straubing: 10 Minuten – München: 10 Minuten

Zuschauer: 5.635 (ausverkauft)

Schiedsrichter: A. Schrader / K. Hinterdobler

Spielstätte: Eisstadion am Pulverturm, Straubing

Weitere Neuigkeiten

Mehr News

«