Die Straubing Tigers setzten sich am Sonntagnachmittag mit 3:2 gegen die Grizzlys Wolfsburg durch und feierten damit ein perfektes Sechs-Punkte-Wochenende. Sieggarant in einem umkämpften Spiel war unter anderem Tigers-Goalie Jakub Škarek, der zahlreiche starke Saves zeigte und nach dem Spiel von den Fans zur Ehrenrunde gebeten wurde. Aushilfs-Stürmer Stephan Daschner verbuchte ein Tor und einen Assist.
Ausgangslage
Am Kinder- und Jugendtag der Straubing Tigers gastierten die Grizzlys Wolfsburg am Pulverturm. Gegen die Niedersachsen konnten die Niederbayern zuletzt eine starke Bilanz vorweisen: Alle vier DEL-Duelle der vergangenen Saison gingen an die Tigers – darunter zwei Shutouts vor heimischer Kulisse (4:0 und 6:0) sowie zwei 5:2-Auswärtserfolge. In der ewigen DEL-Bilanz liegen hingegen die Grizzlys knapp vorne: Von bislang 90 Begegnungen entschieden die Tigers 41 für sich. Auch in der laufenden Saison bewegten sich beide Teams bislang auf einem ähnlichen Niveau. Während Straubing mit 17 Punkten aus neun Spielen vor diesem Spiel auf Rang vier lag, belegten die Wolfsburger mit 15 Zählern den sechsten Tabellenplatz.
Bei den Gastgebern fehlten Florian Bugl (Unterkörperverletzung), Danjo Leonhardt (Oberkörperverletzung) und Moritz Kukuk (Viruserkrankung). Auch Spencer Kersten und Linus Brandl standen nicht in der Aufstellung der Niederbayern. Im Tor der Tigers erhielt erneut Jakub Škarek den Vorzug.
Die Grizzlys mussten lediglich auf ihren Langzeitverletzten Julian Chrobot (Kreuzbandverletzung) verzichten. Gäste-Coach Tyler Haskins ließ Janik Möser, Hannibal Weitzmann, Julius Ramoser, Robin Veber und Til Raab nicht spielen. Im Tor der Niedersachsen startete Dustin Strahlmeier.
Spiel
Die erste Chance des Spiels hatten die Straubing Tigers nach gut einer Minute. Tim Brunnhuber kam im Slot an den Puck, brachte ihn aber aus kurzer Distanz nicht an Dustin Strahlmeier im Gehäuse der Grizzlys vorbei. Noch in derselben Spielminute hatten die Hausherren eine weitere dicke Möglichkeit, als Joseph Duszak auf Nick Halloran querlegte. Der Straubinger Stürmer, der schon das leere Tor vor sich hatte, verpasste die Hartgummischeibe jedoch knapp, weil ein Wolfsburger Spieler im letzten Moment noch seinen Schläger dazwischen bekam. Weiter waren die Tigers am Drücker, als Strahlmeier einen Schuss von Duszak nur zur Mitte hin abwehren konnte, wo Hudson Elynuik aus vollem Lauf zum Nachschuss ansetzte – doch auch der war die Beute vom Goalie der Grizzlys. In der achten Minute durften die Niederbayern dann zum ersten Mal jubeln: Einen eher harmlosen Schuss von Max Bleicher konnte Strahlmeier nicht richtig mit dem Schoner klären, der neben dem Tor lauernde Stephan Daschner kam zum Abschluss und es klingelte im Tor. Aus dem Nichts kamen die Wolfsburger zum Ausgleich: Bei einem Schuss von Tyler Gaudet hatte Jakub Škarek keine Sicht und der Puck landete hinter ihm zum 1:1 (10. Spielminute). Danach war das Spiel ausgeglichen, ohne dass sich eine der beiden Mannschaften eine zwingende Torgelegenheit herausgespielt hätte. Das änderte sich in der 17. Minute, als Dustin Willhöft von Tommy Pasanen perfekt im Slot bedient wurde. Straubings Torhüter Jakub Škarek war allerdings auf dem Posten und hielt den Puck, ohne einen Rebound herzugeben. Nach dem ersten Drittel stand es damit 1:1 unentschieden.
Zu Beginn des zweiten Drittels wurde es wild: Nach einem Crosscheck an Keaton Thompson im Angriffsdrittel wanderte Filip Varejcka für fünf Minuten auf die Strafbank. Tyler Morley, der seinen Mitspieler mit den Fäusten verteidigte, wurde für zwei Minuten wegen unnötiger Härte zum Zuschauen verdonnert. Bei Vier gegen Vier gingen die Tigers erneut in Führung: Joseph Duszak kurvte hinter das Tor, spielte einen Traumpass auf Adrian Klein, der Strahlmeier mit einem platzierten Schuss ins Kreuzeck keine Abwehrmöglichkeit ließ (25. Min.). Um ein Haar hätten die Tigers im nächsten Angriff das 3:1 folgen lassen, doch J.C. Beaudin wurde im letzten Augenblick noch am Abschluss gehindert. Madison Bowey musste wegen einer Spielverzögerung in die Kühlbox. Und wenig später wurde eine Strafzeit gegen Duszak wegen Behinderung ausgesprochen. Die Tigers mussten nun also eine lange Unterzahl, eine Minute und 20 Sekunden davon sogar drei gegen fünf überstehen. Doch die Box bei Straubing stand gut und ließ nur wenige Abschlüsse zu. So überstand man die Unterzahl schadlos und hatte wenig später selbst Gelegenheit zum Powerplay, als Tyler Morley wegen Beinstellens weitere zwei Minuten Strafe absitzen musste. Das Überzahlspiel der Tigers kam jedoch nicht so richtig ins Rollen. Erst als die Strafe gegen Wolfsburg abgelaufen war, verbuchte Stefan Loibl einen Abschluss, der aber am Tor vorbeistrich. Einen Moment der Unachtsamkeit nutzten die Grizzlys zum vermeintlichen Ausgleich: Justin Feser wurde freigespielt, lief einige Schritte aufs Tor zu und überwand Jakub Škarek aus kurzer Distanz (34. Min.). Die Situation wurde im Videobeweis überprüft und danach entschied das Schiedsrichtergespann wegen einer Torhüterbehinderung auf „kein Tor“. Damit hatte die knappe 2:1-Führung weiter Bestand. Spencer Machacek hätte als nächster Wolfsburger Spieler den Ausgleich erzielen können, als er allein auf Jakub Škarek zulief. Der Straubinger Schlussmann gab indes keine Lücke her und parierte. In der 37. Spielminute mussten die Tigers nach einem Wechselfehler zwei Minuten in Unterzahl agieren. Tim Brunnhuber wäre hier beinahe der Shorthander geglückt, doch sein Schuss landete neben dem Tor. Auf der Gegenseite setzte Luis Schinko nach einem Pass quer durch die Box zum Onetimer an, den Jakub Škarek mit dem Schoner parierte. Wenig später waren die Hausherren wieder komplett und gingen mit dem knappen Vorsprung zum zweiten Seitenwechsel.
Im Schlussabschnitt erhöhten die Grizzlys den Druck. Sven Ziegler prüfte Škarek mit einem Schuss aus vollem Lauf, den der Straubinger Schlussmann mit der Schulter abwehrte. Dann schlugen die Tigers erneut zu: Stephan Daschner setzte die Wolfsburger mit konsequentem Forechecking unter Druck. Die Gäste brachten die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel, sodass Straubings Verteidiger schnell schalten und quer auf Tyler Madden spielen konnte. Dieser musste in der 44. Min. nur noch einschieben und stellte auf 3:1. Die Freude über den Zwei-Tore-Vorsprung währte allerdings nur kurz. Bei einem Zwei-auf-Eins-Konter über Tyler Gaudet traf Bobby Lynch zum 3:2 und brachte die Grizzlys zurück ins Spiel. Kurz darauf musste Škarek gegen Keaton Thompson sein ganzes Können aufbieten, um den Ausgleich zu verhindern. Auch bei einem Nachschuss von Matt Choupani nach einem Abschluss von Les Lancaster blieb der Tigers-Goalie Sieger. Straubing hielt dem zunehmenden Druck stand und setzte immer wieder eigene offensive Akzente. Tim Brunnhuber kam im Slot zu einer aussichtsreichen Möglichkeit, scheiterte jedoch an Strahlmeier. In der 52. Minute erhielt Wolfsburgs Fabio Pfohl wegen unsportlichen Verhaltens eine zehnminütige Disziplinarstrafe, womit sein Arbeitstag beendet war. Als Tommy Pasanen in der 54. Minute wegen Beinstellens auf die Strafbank musste, bot sich den Tigers im zweiten Powerplay des Nachmittags die Gelegenheit, für eine Vorentscheidung zu sorgen. Nick Beaudin setzte seinen Schuss jedoch am Kreuzeck vorbei und mehr sprang in diesem Überzahlspiel nicht heraus. In der Schlussphase warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne und beschäftigten die Straubinger Hintermannschaft intensiv. Zweieinhalb Minuten vor Ende des dritten Drittels nahm Tyler Haskins eine Auszeit und brachte für Dustin Strahlmeier einen zusätzlichen Feldspieler. Mit sechs Feldspielern wollten die Grizzlys den Ausgleich erzwingen. Tim Brunnhuber hatte die Chance, mit einem Treffer ins verwaiste Tor alles klarzumachen, setzte die Scheibe aber knapp neben das Gehäuse. So blieb es bis zur letzten Sekunde spannend. Die Tigers warfen sich in die Schüsse, verteidigten ihren knappen Vorsprung mit großem Einsatz und brachten den 3:2-Heimsieg schließlich über die Zeit. Damit machten die Niederbayern das Sechs-Punkte-Wochenende perfekt.
Ausblick
Für die Mannschaft von Craig Woodcroft geht es am kommenden Freitag mit einem Heimspiel gegen die Kölner Haie weiter (23.10.2026, 19:30 Uhr, Eisstadion am Pulverturm, Straubing). Zwei Tage später sind die Tigers bei den Augsburger Panthern gefordert (25.10.2026, 16:30 Uhr, Curt-Frenzel-Stadion, Augsburg). Am darauffolgenden Freitag ist Derbyzeit am Pulverturm: Im Duell Niederbayern gegen Oberbayern empfangen die Straubing Tigers den EHC Red Bull München (30.10.2026, 19:30 Uhr, Eisstadion am Pulverturm, Straubing).
Übertragung
Die Partien der PENNY DEL werden live bei MagentaSport übertragen. Normalerweise ist auch unser Fanradio „Straubing Tigers on Air“ bei allen Spielen vor Ort und sendet über die App „Mixlr“ sowie via Internet.
Ticketing
Tickets für die Heimspiele können über das Online-Ticketing der Straubing Tigers unter https://tickets.tigershockey.de sowie gebührenfrei an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Auch die Stadionkassen sind ab 90 Minuten vor Spielbeginn geöffnet.
Straubing Tigers vs. Grizzlys Wolfsburg 3:2 (1:1, 1:0, 1:1)
Tore: 1:0 (07:09) Daschner S. (Bleicher M., Brandt M., EQ); 1:1 (08:58) Gaudet T. (Bowey M., EQ); 2:1 (24:30) Klein A. (Duszak J., Beaudin J.C., EQ); 3:1 (43:22) Madden T. (Daschner S., EQ); 3:2 (44:29) Lynch R. (Gaudet T., EQ).
Straubing Tigers: Skarek J. (Wieber S., Pantkowski M.) – Duszak J., Klein A., Halloran N., Beaudin J.C., Rees J. – Green A., Beaudin N., Seidl S., Brunnhuber T., Varejcka F. – Zimmermann M., Brandt M., Daschner S., Loibl S., McKenzie S. – Bleicher M., Jentzsch T., Madden T., Elynuik H..
Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier D. (Albrecht E.) – Lancaster L., Melchiori J., Choupani M., Graber W., Morley T. – Pasanen T., Thompson K., Ziegler S., Mauerman R., Ruckdäschel T. – Bowey M., Pfohl F., Schinko L., Feser J., Willhöft D. – Hafenrichter L., Machacek S., Gaudet T., Lynch R..
Strafen: Straubing: 9 Minuten – Wolfsburg: 18 Minuten
Zuschauer: 5.241
Schiedsrichter: J. Hribik / K. Hinterdobler
Spielstätte: Eisstadion am Pulverturm, Straubing
