Die Straubing Tigers setzen ihre Winning Streak fort und feiern beim 11:4 gegen die Iserlohn Roosters ihren fünften Sieg in Folge – und zugleich den 500. Erfolg in der DEL. Vor heimischer Kulisse ließen die Niederbayern von Beginn an keinen Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen und sorgten mit elf Treffern für ein historisches Schützenfest. Einen besonderen Moment erlebte dabei Sebastian Wieber, der nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Florian Bugl zu seinem ersten DEL-Einsatz kam – und seine Sache souverän machte. J.C. Beaudin krönte den denkwürdigen Abend mit einem Hattrick.
Ausgangslage
Mit den Iserlohn Roosters empfingen die Straubing Tigers am heutigen Freitagabend ein Team aus dem Tabellenkeller. Während die Niederbayern zuletzt vier Siege in Folge eingefahren hatten, feierten die Sauerländer erst am vergangenen Sonntag ihren ersten Saisonsieg. Auch der direkte Vergleich spricht für die Tigers: In bislang 76 DEL-Begegnungen gingen 41 Siege an die Straubinger. In der vergangenen Saison begegneten sich beide Mannschaften allerdings auf Augenhöhe – beide Mannschaften konnten jeweils zwei Duelle für sich entscheiden.
Personell mussten die Tigers auf Danjo Leonhardt (Oberkörperverletzung), Taro Jentzsch (Unterkörperverletzung) und Moritz Kukuk (Viruserkrankung) verzichten. Darüber hinaus standen Jakub Škarek und Linus Brandl nicht im Kader. Im Tor der Niederbayern stand Florian Bugl.
Bei den Iserlohn Roosters fehlte Maximilian Eisenmenger verletzungsbedingt. Zudem waren Gordejs Radionovs, Bence Farkas nicht in der Aufstellung der Gäste. Das Tor der Sauerländer hütete Andreas Jenike.
Spiel
Die Tigers erwischten einen optimalen Start in die Partie: Mit der ersten größeren Chance gingen die Hausherren in Führung. Tyler Madden fuhr hinter das gegnerische Tor, legte zurück in den Slot und fand dort Stefan Loibl, der den Puck im Tor unterbrachte. Andreas Jenike im Kasten der Roosters war chancenlos – 1:0 für Straubing (3. Minute). Eine Schrecksekunde folgte in der vierten Spielminute: Florian Bugl musste das Eis ohne Fremdeinwirkung verletzungsbedingt verlassen. Für ihn übernahm fortan Sebastian Wieber im Tor und kam somit zu seinem ersten DEL-Einsatz. In der achten Minute bot sich den Tigers die nächste Großchance: Nick Halloran kam in aussichtsreicher Position an die Scheibe, konnte unter Bedrängnis jedoch keinen gezielten Abschluss mehr anbringen. Anschließend mussten die Straubinger in Unterzahl ran, nachdem Filip Varejcka wegen hohen Stocks auf die Strafbank geschickt worden war. Kurz vor Ablauf der Strafe beförderte Simon Seidl den Puck im Fallen aus der eigenen Zone, Tim Brunnhuber nahm die Scheibe in der neutralen Zone auf, lief allein auf Jenike zu und vollendete eiskalt zum Shorthander (11. Min.). Der Jubel war kaum verklungen, da zappelte der Puck erneut im Netz der Roosters: Nicolas Beaudin zog von der blauen Linie ab und traf an Freund und Feind vorbei zum 3:0 (12. Min.). Doch eine Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Nur einen Spielzug später wurde Tyler Boland hinter dem Tor bedient und verkürzte aus kurzer Distanz auf 3:1 (13. Min.). Die Tigers ließen sich davon nicht aus dem Konzept bringen und legten prompt nach: Nach einem feinen Zuspiel von Nick Halloran hatte J.C. Beaudin freie Bahn in Richtung Tor. Seinen ersten Schussversuch konnte Jenike noch abwehren, doch im Nachsetzen überwand der Straubinger Stürmer den Iserlohner Schlussmann zum 4:1 (15. Minute). In der 16. Minute durften auch die Tigers erstmals in Überzahl agieren. Christian Thomas musste wegen Haltens des Stocks für zwei Minuten auf die Strafbank. Lange verweilte der Iserlohner Stürmer dort allerdings nicht: J.C. Beaudin nutzte das Powerplay und erhöhte auf 5:1 (16. Min.). Das Tor fand erst nach Studium des Videobeweises Anerkennung – sonst hätte Filip Varejack sechs Sekunden später getroffen. Mit diesem deutlichen Vier-Tore-Vorsprung ging es in die erste Drittelpause.
Zu Beginn des zweiten Drittels setzten sich die Niederbayern längere Zeit im Iserlohner Verteidigungsdrittel fest, ohne dabei jedoch zu einem gefährlichen Abschluss zu kommen. Einen Schuss von Spencer Kersten in der 25. Minute parierte Andreas Jenike mit dem Schoner. Wenig später schlugen die Sauerländer zu: Die Scheibe sprang von der Hintertorbande zurück vor das Tor, wo Peter Quenneville goldrichtig stand und zum 5:2 abstaubte (26. Min.). Doch die Antwort der Tigers ließ keine 30 Sekunden auf sich warten. Jamieson Rees bewies Übersicht und legte mustergültig für J.C. Beaudin auf, der mit seinem dritten Treffer des Abends den alten Abstand wiederherstellte und den Hattrick perfekt machte (26. Min.). Bei zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Kontern boten sich den Straubingern weitere gute Möglichkeiten, doch der entscheidende Pass war jeweils zu ungenau. Auf der Gegenseite war Sebastian Wieber gefordert, als Kevin Bicker aus zentraler Position abzog. Der junge Straubinger Backup reagierte souverän und lenkte die Scheibe zur Seite ab. In der 33. Minute durften die Tigers erneut jubeln: Nach einem Bauerntrickversuch von Hudson Elynuik konnte Jenike die Scheibe nur vor das Tor abwehren. Max Bleicher hatte den richtigen Riecher und erzielte mit seinem ersten DEL-Treffer das 7:2. Kurz darauf musste Filip Varejcka wegen Hakens für zwei Minuten auf die Strafbank. In Unterzahl hätte Skyler McKenzie beinahe für den nächsten Straubinger Shorthander gesorgt, doch sein Rückhandschuss fand in Jenike seinen Meister. Auch auf der anderen Seite war Wieber gefordert, blieb jedoch weiterhin souverän und hielt seinen Kasten sauber. Gut zweieinhalb Minuten vor der zweiten Pausensirene legte Nick Halloran bei einem Tempogegenstoß uneigennützig auf Jamieson Rees zurück, dessen Direktabnahme strich allerdings knapp über das Tor. Eine Minute vor Drittelende schlugen die Tigers dann doch noch einmal zu: Joseph Duszak versenkte die Scheibe mit einem satten Schuss zum 8:2 (39. Minute). Damit bauten die Niederbayern ihren Vorsprung im Mittelabschnitt weiter aus und gingen mit einer komfortablen Sechs-Tore-Führung in die zweite Drittelpause.
Zum Schlussdrittel wechselten die Iserlohn Roosters ihren Torhüter: Fortan stand Hendrik Hane zwischen den Pfosten. Erstmals richtig gefordert war der Schlussmann in der 46. Minute, als Max Bleicher und Hudson Elynuik aus kurzer Distanz versuchten, die Scheibe im Tor unterzubringen. Hane war jedoch rechtzeitig unten und konnte parieren. In der 48. Minute war aber auch der neue Mann im Iserlohner Tor machtlos: Nick Halloran zog aus halblinker Position ab und stellte mit seinem Treffer auf 9:2. In der Folge schalteten die Tigers einige Gänge zurück. Am Spielgeschehen änderte das allerdings wenig, denn auch die Roosters kamen kaum noch gefährlich vor das Straubinger Gehäuse. In der 54. Minute wurde es dann historisch am Pulverturm: Skyler McKenzie überwand Hane zum 10:2. Noch nie zuvor hatten die Tigers in einem DEL-Spiel zehn Treffer erzielt. Und es sollte nicht lange beim zweistelligen Ergebnis bleiben: Nur wenig später legte Nick Halloran mit seinem zweiten Treffer des Abends zum 11:2 nach. Die Partie war längst entschieden, als die Roosters noch etwas Ergebniskosmetik betrieben. Zunächst verkürzte Julian Napravnik auf 11:3 (56. Minute), nur eine Zeigerumdrehung später stellte Christian Thomas den 11:4-Endstand her. An der ausgelassenen Feierstimmung am Pulverturm änderte das jedoch nichts: Die Tigers hatten mit ihrem historischen Torfestival für einen denkwürdigen Eishockeyabend gesorgt.
Ausblick
Am Sonntag sind die Straubing Tigers bei den Adlern Mannheim gefordert (11.10.2026, 19:00 Uhr, SAP Arena, Mannheim). Am darauffolgenden Freitag geht es für die Niederbayern auswärts bei den Löwen Frankfurt weiter (16.10.2026, 19:30 Uhr, NIX Eissporthalle, Frankfurt). Das nächste Heimspiel steht am Sonntag darauf auf dem Programm: Dann empfangen die Tigers die Grizzlys Wolfsburg am Pulverturm (18.10.2026, 14:00 Uhr, Eisstadion am Pulverturm, Straubing).
Übertragung
Die Partien der PENNY DEL werden live bei MagentaSport übertragen. Normalerweise ist auch unser Fanradio „Straubing Tigers on Air“ bei allen Spielen vor Ort und sendet über die App „Mixlr“ sowie via Internet.
Ticketing
Tickets für die Heimspiele können über das Online-Ticketing der Straubing Tigers unter https://tickets.tigershockey.de sowie gebührenfrei an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Auch die Stadionkassen sind ab 90 Minuten vor Spielbeginn geöffnet.
Straubing Tigers vs. Iserlohn Roosters 11:4 (5:1, 3:1, 3:2)
Tore: 1:0 (02:01) Loibl S. (Madden T., Klein A., EQ); 2:0 (10:37) Brunnhuber T. (Seidl S., SH1); 3:0 (11:42) Beaudin N. (Halloran N., Rees J., EQ); 3:1 (12:02) Boland T. (Thomas C., Ugbekile C., EQ); 4:1 (14:19) Beaudin J.C. (Halloran N., Duszak J., EQ); 5:1 (15:40) Beaudin J.C. (Halloran N., Madden T., PP1); 5:2 (25:12) Quenneville P. (Krauß J., EQ); 6:2 (25:30) Beaudin J.C. (Rees J., Halloran N., EQ); 7:2 (32:56) Bleicher M. (Elynuik H., Duszak J., EQ); 8:2 (38:57) Duszak J. (Brunnhuber T., EQ); 9:2 (47:05) Halloran N. (Duszak J., Rees J., EQ); 10:2 (53:44) McKenzie S. (Madden T., Loibl S., EQ); 11:2 (54:28) Halloran N. (Zimmermann M., Beaudin J.C., EQ); 11:3 (55:36) Napravnik J. (Lobach D., EQ); 11:4 (56:39) Thomas C. (Johansson E., Hollowell M., EQ).
Straubing Tigers: Bugl F. (Wieber S.) – Klein A., Duszak J., Halloran N., Beaudin J.C., Rees J. – Green A., Beaudin N., Kersten S., Brunnhuber T., Varejcka F. – Zimmermann M., Brandt M., Madden T., Loibl S., McKenzie S. – Daschner S., Seidl S., Elynuik H., Bleicher M.
Iserlohn Roosters: Jenike A. (Hane H.) – Norell R., Ugbekile C., Thomas C., Scott J., Boland T. – Hollowell M., Johansson E., Krauß J., Maier C., Quenneville P. – Spornberger P., Niehus L., Lobach D., Neumann D., Napravnik J. – Panocha N., Borzęcki J., Geiger D., Bicker K.
Strafen: Straubing: 4 Minuten – Iserlohn: 2 Minuten
Zuschauer: 4.762
Schiedsrichter: M. Frano / G. Gebei
Spielstätte: Eisstadion am Pulverturm, Straubing
