Die Straubing Tigers mussten sich am Freitagabend den Kölner Haien mit 3:5 geschlagen geben. Bereits nach fünf Minuten gerieten die Hausherren durch einen Doppelschlag der Gäste in Rückstand. Zu Beginn des zweiten Abschnitts konnten diese ihre Führung auf 0:3 ausbauen. In einer hektischen Schlussphase kamen die Niederbayern durch Tore von Loibl, J. C. Beaudin und Green noch auf 3:4 heran, konnten die Partie aber nicht mehr drehen.
Ausgangslage
Am Freitagabend empfingen die Straubing Tigers die Kölner Haie im Eisstadion am Pulverturm. Die Niederbayern gingen mit breiter Brust in die Partie: Nach zwei Auftaktniederlagen in Berlin und gegen Krefeld haben sie sich in der Spitzengruppe der PENNY DEL festgesetzt und belegen mit sieben Siegen aus zehn Spielen und 20 Punkten derzeit Rang zwei. Vor eigenem Publikum gewannen die Tigers zuletzt viermal in Serie. Auch das vergangene Wochenende verlief makellos. Am Freitag gewann das Team von Headcoach Craig Woodcroft bei den Löwen Frankfurt mit 4:1. Dabei bereitete Taro Jentzsch bei seinem Saisondebüt in der DEL einen Treffer vor. Am Sonntag folgte vor zahlreichen jungen Fans beim Kinder- & Jugendtag ein 3:2-Heimsieg gegen die Grizzlys Wolfsburg. Zusätzlichen Ansporn lieferte die Bilanz der Vorsaison, in der die Tigers alle vier Duelle mit den Haien verloren hatten.
Die Kölner Haie reisten als Tabellensiebter an und haben nach elf Partien 16 Punkte auf dem Konto. In der Champions Hockey League überzeugen die Rheinländer, in der DEL schwanken ihre Leistungen dagegen noch deutlich. Im Sommer hat sich am Rhein einiges verändert. Kari Jalonen verließ den Club nach zwei Spielzeiten, Nachfolger an der Bande ist Thomas Berglund, der zuvor lange beim schwedischen Erstligisten Luleå HF tätig war und dort 2025 den Titel holte. Prominentester Neuzugang ist Marcel Noebels, der fünfmalige deutsche Meister kam von den Eisbären Berlin. Mit sieben Toren und 13 Scorerpunkten zählt er bereits zu den Leistungsträgern und bildet mit Gregor MacLeod und Patrick Russell (13 Punkte) eine gefährliche erste Reihe. Auch Louis-Marc Aubry und Markus Ljungh (je elf Punkte) gehören zu den produktivsten Kölnern. Für Straubing ist das Wiedersehen mit Tim Fleischer von besonderem Interesse: Der Stürmer trug zwei Jahre lang das Tigers-Trikot, bevor er im Sommer nach Köln wechselte, wo er zuletzt allerdings mehrfach überzählig auf der Tribüne saß oder nur wenig Eiszeit bekam. Umgekehrt hat auch ein Tiger eine Kölner Vergangenheit: Mirko Pantkowski, der als Ersatz für den verletzten Florian Bugl nach Straubing kam, hütete über mehrere Spielzeiten das Tor der Haie. Bezeichnend für den wechselhaften Saisonverlauf: Bislang folgte auf jede Kölner Niederlage ein Sieg. Das zeigte sich auch in den vergangenen Tagen. Auf ein 2:4 in Iserlohn am Freitag folgte am Sonntag ein 4:1-Heimerfolg gegen die Pinguins Bremerhaven. Am Dienstag unterlagen die Haie den Schwenninger Wild Wings vor eigenem Publikum mit 2:3 nach Verlängerung.
Bei den Straubingern fehlten Florian Bugl (Unterkörperverletzung) und Danjo Leonhardt (Oberkörperverletzung). Moritz Kukuk ist nach seiner Erkrankung wieder fit, sammelt zunächst aber Spielpraxis beim DEL2-Club Eisbären Regensburg. Darüber hinaus standen Linus Brandl und Hudson Elyniuk nicht in der Aufstellung. Das Tor der Tigers hütete Jakub Škarek.
Bei den Gästen aus Köln fehlten Felix Brückmann, Aaron Kaiser, Luca Münzenberger, Tobin Brandt, Ryan MacInnis, Gregor MacLeod, Noah Münzenberger, Kevin Niedenz sowie Marcel Noebels. Im Tor setzte Coach Thomas Berglund auf Janne Juvonen.
Spiel
Bereits in den Anfangssekunden tauchten die Straubing Tigers zweimal gefährllch vor dem Gästetor auf. Nick Halloran und Filip Varejcka scheiterten jedoch an Janne Juvonen bzw. zielten vorbei. Ein Schuss von Marcel Brandt aus dem Hinterhalt strich ebenfalls knapp am Pfosten vorbei. Im Gegenzug erzielten die Gäste die Führung. Ein rascher Vorstoß eingeleitet von Daniel Fischbuch überraschte die Hausherren. Maximilian Kammerer eilte an der Bande nach vorne und spielte quer auf Fischbuch, der nur noch seinen Schläger hinzuhalten brauchte (05:17). Der Jubel der Gästefans war noch nicht verklungen, als es erneut im Tigers-Kasten klingelte. Louis-Marc Aubry gewann ein Bully im Straubinger Drittel und zog direkt ab. Durch die Beine von zwei Tigers-Spielern schlug der Puck hinter dem verdutzten Jakub Škarek ein – 0:2 (05:25). Zwischen beiden Gegentoren lagen gerade einmal acht Sekunden! Die Hausherren brauchten nun einige Minuten, um sich von dem Schock zu erholen. Lichterloh brannte es in der elften Minute vor dem Straubinger Tor. Ein Tigers-Verteidiger rutschte im Puckbesitz unmittelbar vor dem Slot weg. Fischbuch reagierte am schnellsten und stand alleine vor Jakub Škarek, der aber cool blieb und die Situation entschärfte. Auf der Gegenseite brachten Jamieson Rees und Stefan Loibl den Puck nicht an Juvonen vorbei. In der 16. Minute bekamen die Tiger nach einem Beinstellen von Dominik Bokk gegen Varejcka ihr erstes Powerplay zugesprochen. Trotz guter Chancen u. a. durch Madden und Brandt blieb es bei der Gästeführung. Riesenglück hatten die Haie nach einem Schuss von Joseph Duszak. Spencer Kersten stocherte nach, der Puck rutschte Juvonen durch die Schoner, aber Brady Austin schlug den Puck wenige Zentimeter vor der Torlinie weg. Mit einem 0:2-Rückstand ging es in die erste Pause.
Die Straubinger kamen mit Wut im Bauch aus der Kabine, gerieten jedoch in der 23. Minute nach einer Strafe wegen Behinderung gegen Stephan Daschner erstmals in Unterzahl. Schussversuche von Frederik Storm und Maximilian Kammerer fanden zunächst nicht ins Ziel. Ein eigentlich verunglückter Schuss von Storm wurde dann aber von Adrian Klein unglücklich ins eigene Tor abgefälscht (24:47). Kurz darauf erzielten auch die Tigers ihren vermeintlich ersten Treffer durch Spencer Kersten, der aber nach Videobeweis wegen Torhüterbehinderung nicht anerkannt wurde. In der 33. Minute wurde es kurz ruppig: Nach einem Check von Jan Luca Sennhenn gegen Max Bleicher schnappte sich Stephan Daschner den Übeltäter und bekam dafür zwei Minuten wegen übertriebener Härte aufgebrummt. Zudem erhielt Dominik Bokk eine kleine Strafe wegen unsportlichen Verhaltens. Es dauerte einige Zeit, bis die Tigers wieder eine gute Gelegenheit hatten. Einen Schuss von Nick Halloran ließ Juvonen abprallen, Tyler Madden vergab jedoch den Nachschuss. Dann bekamen die Gäste eine weitere Überzahlmöglichkeit, denn Jakub Škarek beförderte bei einem Abwehrversuch den Puck über die Bande. Die Strafe wegen Spielverzögerung musste Taro Jentzsch für ihn absitzen. Diesmal hielten die Tigers ihre Gegner gut vom eigenen Kasten fern. Klasse Einzelaktionen von Skyler McKenzie und Nick Halloran in den Schlussminuten des zweiten Drittels brachten die Hausherren nicht näher heran. Mit 0:3 ging es in die Kabine.
Unmittelbar nach Wiederbeginn bekamen sich Patrick Russell und Tim Brunnhuber in die Haare und mussten beide wegen übertriebener Härte in die Kühlbox. Tyler Madden, Stefan Loibl und Varejcka hatten in den folgenden Minuten beste Gelegenheiten, ihr Team wieder heranzubringen, brachten den Puck aber nicht über die Linie. Skyler McKenzie wurde von Carlos Händel unfair am Torschuss gehindert. McKenzie prallte im Fallen gegen den Torpfosten und musste verletzt vom Eis (kehrte aber nach einigen Wechseln wieder zurück). Der Kölner musste dafür zwei Minuten wegen Haltens zuschauen. Im Powerplay gelang den Hausherren aber nun endlich der Anschlusstreffer. Duszak passte von der Grundlinie überragend zurück auf Stefan Loibl, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte Juhonen zu überwinden (45:32). Doch die Gäste konterten umgehend: Fischbuch passte von hinter dem Tor auf Kammerer. Von dessen Schlittschuh prallte der Puck vor den Schläger von Aubry, der ihn aus spitzem Winkel versenkte (47:38). J.C. Beaudin brachte sein Team in der 54. Minute wieder auf 2:4 heran. Mit einem klugen Pass brachte Nick Halloran seinen Mitspieler in eine hervorragende Abschlussposition und dieser ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, den Puck im halbleeren Tor unterzubringen (53:19). Tigers-Trainer Craig Woodcroft nahm 3:15 Minuten vor Spielende seinen Torhüter vom Eis. Zudem musste der Kölner Juhani Tyrväinen wegen Beinstellens vom Eis. Tatsächlich kamen die Tigers auf 3:4 heran. Alex Green schaltete bei einem Gewusel vor dem gegnerischen Tor am schnellsten und drückte den Puck über die Linie (58:44). Letztlich behielten die Gäste aber in der hektischen Schlussphase die Nerven und Juhani Tyrväinen traf zwölf Sekunden vor Ende zum 3:5 ins verwaiste Straubinger Tor.
Ausblick
Am Sonntag treten die Tigers bei den Augsburger Panthern an (25.10.2026, 16:30 Uhr, Curt-Frenzel-Stadion, Augsburg). Vor der Deutschland Cup-Pause stehen am kommenden Wochenende noch Partien gegen den EHC Red Bull München (30.10.2026, 19:30 Uhr, Eisstadion am Pulverturm, Straubing) und die Fischtown Pinguins Bremerhaven (01.11.2026, 14:00 Uhr, Eisarena am Wilhelm-Kaisen-Platz, Bremerhaven) auf dem Programm.
Übertragung
Die Partien der PENNY DEL werden live bei MagentaSport übertragen. Im Normalfall ist auch unser Fanradio „Straubing Tigers on Air“ bei allen Spielen vor Ort und sendet über die App „Mixlr“ sowie via Internet.
Ticketing
Tickets für die Heimspiele können über das Online-Ticketing der Straubing Tigers unter https://tickets.tigershockey.de sowie gebührenfrei an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Auch die Stadionkassen sind ab 90 Minuten vor Spielbeginn geöffnet.
Straubing Tigers vs. Kölner Haie 3:5 (0:2, 0:1, 3:2)
Tore: 0:1 (05:17) Fischbuch D. (Kammerer M., Ljungh M., EQ); 0:2 (05:25) Aubry L.-M. (EQ); 0:3 (24:47) Storm F. (Fischbuch D., Kemiläinen V., PP1); 1:3 (45:32) Loibl S. (Duszak J., Rees J., EQ); 1:4 (47:38) Aubry L.-M. (Fischbuch D., EQ); 2:4 (53:19) Beaudin J. C. (Halloran N., EQ); 3:4 (58:44) Green A. (Loibl S., Duszak J., PP1-EA); 3:5 (59:48) Tyrväinen J. (Russell P., Müller Mor., EQ-EN).
Straubing: Škarek J. (Pantkowski M., Wieber S.) – Duszak J., Klein A., Halloran N., Beaudin J.C., Rees J. – Green A., Beaudin N., Seidl S., Brunnhuber T., Varejcka F. – Zimmermann M., Brandt M., Daschner S., Loibl S., McKenzie S. – Bleicher M., Kersten S., Madden T., Jentzsch T.
Köln: Juvonen J. (Wiens N.) – Kemiläinen V., Vittasmäki V., Russell P., Ljungh M., Storm F. – Press R., Sennhenn J., Bokk D., Aubry L.-M., Fleischer T. – Müller Mor., Austin B., Fischbuch D., Tyrväinen J., Kammerer M. – Händel C., Münzenberger M., Späth M.
Strafen: Straubing: 8 Minuten – Köln: 10 Minuten
Zuschauer: 5.129
Schiedsrichter: Martin Frano / David Cespiva
Spielstätte: Eisstadion am Pulverturm, Straubing
