Die Straubing Tigers haben am Freitagabend mit einem souveränen 4:0-Erfolg über die Grizzlys Wolfsburg die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale perfekt gemacht. Die Mannschaft von Craig Woodcroft bestimmte die Partie von Beginn an, musste jedoch bis zur 25. Minute auf den verdienten Führungstreffer warten. Mit drei Treffern im Schlussabschnitt machten die Hausherren schließlich alles klar. Als sicherer Rückhalt überzeugte Florian Bugl, der mit seinem ersten Shutout der laufenden Spielzeit glänzte.
Ausgangslage
Zu ihrem ersten Heimspiel nach der Olympia-Pause empfingen die Straubing Tigers die Grizzlys Wolfsburg. 89 Mal trafen diese beiden Teams bislang in der PENNY DEL aufeinander, 40 Mal mit dem besseren Ende für Straubing. Die bisherigen drei Duelle in dieser Saison entschieden allesamt die Straubing Tigers für sich, zuletzt Ende Dezember auswärts mit 5:2. Tigers-Kapitän Mike Connolly wurde heute für sein 600. DEL-Spiel geehrt.
Bei den Straubingern fielen Wade Allison und Linus Brandl weiterhin aus. Als überzählige Spieler nahmen Stephan Daschner, Skyler McKenzie und Tobias Schwarz auf der Tribüne Platz, zwischen den Pfosten des Tigers-Gehäuses stand Florian Bugl.
Bei den Gästen aus Wolfsburg fehlten neben dem langzeitverletzten Sven Ziegler auch Lucas Dumont, Jimmy Martinovic und Gemel Smith in der Aufstellung. Im Tor setzte Coach Mike Stewart auf Dustin Strahlmeier.
Spiel
Das Spiel begann ohne lange Abtastphase, die Hausherren setzten von Beginn an offensive Akzente, unter anderem durch Marcel Brandt und Elis Hede. Nick Halloran verbuchte in der dritten Minute eine weitere große Chance, kam jedoch um Haaresbreite nicht an eine scharfe Hereingabe heran – sonst wäre er frei vor dem gegnerischen Tor aufgetaucht. In der sechsten Spielminute wurde allerdings Matt White sträflich alleingelassen. Tigers-Goalie Florian Bugl war jedoch auf dem Posten und verhinderte den Rückstand. Auf der anderen Seite konnte Justin Scott nach schöner Kombination den Puck neben dem Tor nicht entscheidend unter Kontrolle bringen. Nach einem Beinstellen durch Janik Möser bekamen die Tigers in der 7. Minute ein erstes Powerplay zugesprochen. Die Straubinger ließen den Puck gut durch ihre Überzahlformation laufen und kamen durch Tim Fleischer zu einer guten Gelegenheit, Zählbares sprang aber nicht heraus. Filip Varejcka wurde in der zehnten Minute nach einem Halten mit zwei Strafminuten bedacht, doch auch auf Wolfsburger Seite musste mit Melchiori wegen unsportlichen Verhaltens ein Spieler auf der Strafbank Platz nehmen, sodass sich die Strafen aufhoben. Stefan Loibl war der Nächste, der den Abschluss suchte, doch sein Handgelenkschuss aus halbrechter Position strich am Tor vorbei (13. Minute). Gegen den Rückhandschuss von Tyler Madden eine Minute später war Dustin Strahlmeier rechtzeitig zur Stelle. Knapp fünf Minuten vor Ende des ersten Drittels hatte Tim Brunnhuber eine weitere hochkarätige Tormöglichkeit, aber sein Schuss landete lediglich am Gestänge. Aufgrund des Dauerdrucks der Niederbayern zogen die Wolfsburger eine weitere Strafe: Timo Ruckdäschel musste wegen Hakens in die Kühlbox (17. Minute). Dieses Mal kam das Special Team der Niederbayern allerdings nicht richtig ins Rollen, sodass es weiterhin beim torlosen Unentschieden blieb. Trotz eines deutlichen Chancenplus und 22:8 Torschüssen für die Blau-Weißen stand es beim ersten Seitenwechsel 0:0.
Alex Green eröffnete den Chancenreigen im Mittelabschnitt: Er kurvte vor das Tor, brachte jedoch nicht genügend Druck hinter seinen Rückhandschuss (21. Minute). Tim Brunnhuber traf bei einem Alleingang eine Minute später lediglich die Fanghand des Wolfsburger Keepers. Einen weiteren Konter der Tigers unterband Julian Melchiori regelwidrig mit einem Beinstellen. Im anschließenden Powerplay kamen die Straubinger schließlich zum längst fälligen Führungstreffer: Tyler Madden zog von der blauen Linie ab, Stefan Loibl hielt vor dem Tor seine Kelle in den Schuss und fälschte unhaltbar für Dustin Strahlmeier zum 1:0 ab – durch die eigenen Beine, über die Fanghand des gegnerischen Torwarts (25. Minute). Vor dem Powerbreak entwickelte sich im Drittel der Grizzlys eine kleinere Rangelei, die jedoch ohne Strafzeiten blieb. Nach einem Puckverlust im gegnerischen Drittel startete Wolfsburg einen Gegenangriff, der aber rechtzeitig unterbunden wurde. Den anschließenden Schlagschuss von der blauen Linie durch Julian Melchiori entschärfte Florian Bugl sicher mit der Fanghand (30. Minute). Kurz darauf musste Marcel Brandt nach einem Stockschlag für zwei Minuten auf die Strafbank, sodass die Niedersachsen zu ihrem ersten Überzahlspiel kamen. Bugl war dabei sofort gefordert, als Jimmy Lambert frei vor ihm auftauchte – doch auf den Straubinger Schlussmann war weiterhin Verlass (31. Minute). In Unterzahl starteten die Tigers einen Entlastungsangriff, an dessen Ende Tim Brunnhuber jedoch nur das Außennetz traf. Wenige Sekunden später waren die Niederbayern wieder komplett. Mike Connolly warf sich aufopferungsvoll in einen Schlagschuss von Janik Möser und wurde von den Straubinger Fans mit Szenenapplaus bedacht (35. Minute). In dieser Phase war der Offensivdrang der Straubinger etwas ins Stocken geraten, während die Gäste aus Wolfsburg zunehmend Spielanteile gewannen. Kurz vor Drittelende streckte Julian Melchiori Josh Melnick hinter dem Tor mit einem Crosscheck nieder, was das Schiedsrichtergespann jedoch nicht als Foul wertete. Melnick musste die Eisfläche kurzzeitig verlassen, konnte später aber wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Mit dem knappen 1:0-Vorsprung ging es schließlich zum zweiten Mal in die Kabinen.
In den Schlussabschnitt starteten die Straubing Tigers mit zwei Direktabnahmen von Marcel Brandt, die jedoch ihr Ziel verfehlten. Auf der Gegenseite versuchte es Jimmy Lambert bei einem Tempo-Gegenstoß aus spitzem Winkel, doch Florian Bugl ließ am kurzen Pfosten keine Lücke. Im Gegenzug war für Nick Halloran zweimal bei Dustin Strahlmeier Endstation. Vor dem Tor von Florian Bugl lieferten sich Tim Fleischer und Spencer Machacek ein intensives Gerangel, das für beide eine zweiminütige Strafe nach sich zog. Das anschließende Bully im Defensivdrittel gewannen die Tigers, die sofort umschalteten: Alex Green spielte von der roten Linie einen feinen Rückhandpass auf Danjo Leonhardt, der nicht lange zögerte und den Puck zum 2:0 in die Maschen beförderte (45. Minute). Die Straubinger blieben am Drücker: Nach einem Puckgewinn hinter dem gegnerischen Tor wurde Zac Leslie an der blauen Linie freigespielt. Der Verteidiger schaute kurz, nahm dann den Schuss, den Justin Scott vor dem Tor abfälschte und so Strahlmeier durch die Beine zum 3:0 überwand (48. Minute). Der Frust der Wolfsburger entlud sich wenig später in einer Massenrangelei. Auf Seiten der Niedersachsen mussten Tyler Gaudet und Keaton Thompson auf die Strafbank, während gegen Straubing lediglich zwei Minuten gegen Adrian Klein ausgesprochen wurden. Damit erhielten die Tigers das nächste Powerplay. Bei einem Zwei-auf-eins-Konter in Unterzahl war jedoch zunächst Bugl gefordert, der gegen Matt Choupani mit einem starken Reflex glänzte. Dann schlugen die Tigers erneut zu: Mit ihrem zweiten Überzahltreffer erhöhten sie auf 4:0. Tim Fleischer behielt neben dem Tor die Übersicht und bediente Zac Leslie, der Strahlmeier mit einer Direktabnahme keine Abwehrchance ließ (50. Minute). Spätestens damit war die Partie entschieden, fortan rückte der mögliche Shutout für Florian Bugl in den Fokus. Kurz vor Schluss lieferten sich Filip Varejcka und Julian Chrobot noch einen Faustkampf, aus dem der Straubinger als klarer Punktsieger hervorging. Beide erhielten eine große Strafe, Chrobot zudem zwei Minuten wegen Behinderung. Somit agierte Straubing zum Abschluss erneut in Überzahl. Die verbleibende Spielzeit verlief ohne weitere Höhepunkte, sodass Bugl seinen ersten Shutout der Saison feiern durfte.
Ausblick
Weiter geht es für die Straubing Tigers mit zwei Auswärtsspielen: Am Sonntagabend treten die Niederbayern bei den Adlern Mannheim an (01.03.2026, 16:30 Uhr, SAP Arena, Mannheim), und am Mittwoch ist das Team von Craig Woodcroft bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven zu Gast (04.03.2026, 19:30 Uhr, Eisarena am Wilhelm-Kaisen-Platz, Bremerhaven). Zu ihrem nächsten Heimspiel am kommenden Freitag empfangen die Tigers die Wild Wings Schwenningen (06.03.2026, 19:30 Uhr, Eisstadion am Pulverturm, Straubing).
Übertragung
Die Partien der PENNY DEL werden live bei MagentaSport übertragen. Im Normalfall ist auch unser Fanradio „Straubing Tigers on Air“ bei allen Spielen vor Ort und sendet über die App „Mixlr“ sowie via Internet.
Ticketing
Tickets für die Heimspiele können über das Online-Ticketing der Straubing Tigers unter https://tickets.tigershockey.de sowie gebührenfrei an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Auch die Stadionkassen sind ab 90 Minuten vor Spielbeginn geöffnet.
Straubing Tigers vs. Grizzlys Wolfsburg 4:0 (0:0, 1:0, 3:0)
Tore: Tore: 1:0 (24:30) Loibl S. (Madden T., Merkley R., PP1); 2:0 (44:35) Leonhardt D. (Green A., Brandt M., EQ); 3:0 (47:22) Scott J. (Leslie Z., Leonhardt D., EQ); 4:0 (49:37) Leslie Z. (Fleischer T., Beaudin N., PP1).
Straubing Tigers: Bugl (Haukeland, Wieber) – Leslie, Brandt, Halloran, Madden, Hede – Green, Beaudin, Loibl, Leonhardt, Scott – Merkley, Klein, Fleischer, Brunnhuber, Varejcka – Zimmermann, Seidl, Melnick, Connolly.
Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier (Weitzmann) – Thompson, Prow, Schinko, Gaudet, Machachek – Melchiori, Pfohl, Lambert, Feser, White – Krupp, Möser, Ramoser, Lynch, Hayhurst – Hafenrichter, Ruckdäschel, Choupani, Chrobot.
Strafen: Straubing: 13 Minuten – Wolfsburg: 21 Minuten
Zuschauer: 5.635 (ausverkauft)
Schiedsrichter: M. Frano / A. Polaczek
Spielstätte: Eisstadion am Pulverturm, Straubing

