Die Straubing Tigers unterlagen dem EHC Red Bull München am Freitagabend trotz dreimaliger Führung mit 3:6. Straubings Hintermannschaft bekam Münchens Offensive nie in den Griff und mit vier Toren im Schlussdrittel, darunter ein Empty-net-Treffer, sicherten sich die Oberbayern schließlich den Erfolg.
Ausgangslage
Am 38. Spieltag der PENNY DEL bekamen es die Straubing Tigers mit dem EHC Red Bull München zu tun. Bereits 72-mal gab es das stets emotionsgeladene Derby Niederbayern gegen Oberbayern in Deutschlands höchster Spielklasse, 31-mal mit dem besseren Ende für Straubing. Das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison ging mit 6:2 an die Tigers, im November behielten allerdings die Roten Bullen mit 5:3 die Oberhand.
Die Langzeitverletzten Mike Connolly und Zac Leslie konnten weiterhin nicht für die Straubing Tigers auf dem Eis stehen. Ebenso fielen Wade Allison, Linus Brandl und Filip Varejcka erneut aus und auch Danjo Leonhardt musste passen. Darüber hinaus standen die Youngster Tobias Schwarz und Simon Seidl nicht im Aufgebot. Das Tor der Niederbayern hütete Henrik Haukeland.
Beim EHC Red Bull München standen Mathias Niederberger, Phillip Sinn, Tobias Rieder, Chris DeSousa und Maximilian Kastner auf der Ausfallliste. Zwischen den Pfosten im Tor der Oberbayern setzte Gäste-Coach Oliver David auf Antoine Bibeau. Unterstützt wurden die Landeshauptstädter von über 300 Fans, die mit einem eigens gecharterten Schiff angereist waren.
Spiel
Die erste Torgelegenheit des Spiels gehörte den Gästen aus München gleich in der ersten Spielminute, als der im Slot freistehende Yasin Ehliz mit einem Pass bedient wurde. Henrik Haukeland stand jedoch goldrichtig und hielt den Puck sicher. Auf der Gegenseite versuchte es Stefan Loibl nach Puckeroberung von Josh Melnick aus spitzem Winkel, doch auch Antoine Bibeau gab keine Lücke her. Als Patrick Hager Markus Eisenschmid vor dem Tor der Hausherren anspielte, wurde es erneut brenzlig, aber Straubings Goalie wehrte mit dem Schoner ab. Im direkten Gegenzug kam der Puck zum im hohen Slot heranlaufenden Elis Hede, der direkt abzog und den Puck zum 1:0 in die Maschen versenkte (6. Min.). Münchens Torhüter war bei diesem Schuss die Sicht durch Josh Melnick verstellt. Die Führung war allerdings nicht von langer Dauer, denn Taro Hirose kam frei vor Haukeland an den Puck und verwandelte mit der Rückhand zum Ausgleich (7. Min.). Nach einem Fehlpass im eigenen Drittel hatte Münchens Topscorer Hirose erneut freie Bahn, aber zum Glück für Straubing konnte er keinen Druck hinter seinen Abschluss aufbauen (11. Min.). Wiederum auf der anderen Seite der Eisfläche zog Tim Fleischer vors Tor von Antoine Bibeau, brachte den Puck aber nicht am Schlussmann der Roten Bullen vorbei. In dieser Situation wurde eine Strafe gegen Philipp Krening wegen Stockschlags ausgesprochen (12. Min.) und die Tigers durften somit für die nächsten zwei Minuten im Powerplay agieren. Die Niederbayern brachten durch Marcel Brandt und Ryan Merkley auch durchaus gefährliche Abschlüsse zustande, das erste Überzahlspiel war aber letztlich nicht von Erfolg gekrönt. Wieder komplett bekamen die Münchner nach einem Missverständnis in Straubings Hintermannschaft ihre nächste Chance auf dem Silbertablett serviert, Jeremy McKenna schlug jedoch beim Schussversuch über den Puck (16. Min.). Bei der nächsten Offensivaktion tankte sich Straubings Marcel Brandt durch die Reihen – seinen Rückhandschuss entschärfte Bibeau dann mit der Fanghand. Nach einem ereignisreichen Drittel gingen die beiden Mannschaften beim Spielstand von 1:1 in die erste Pause.
Zu Beginn des Mittelabschnitts prüfte Ryan Murphy Straubings Torhüter mit einem Distanzschuss, stellte diesen damit aber vor keine größeren Probleme. Beim ersten Angriff der Tigers wurde Tyler Madden regelwidrig zu Fall gebracht und Patrick Hager musste dafür auf der Strafbank Platz nehmen. Diese numerische Überzahl nutzten die Tigers zur neuerlichen Führung: Marcel Brandt täuschte den Schuss an, legte aber auf Stefan Loibl ab, der mit seiner trockenen Direktabnahme Antoine Bibeau keine Abwehrmöglichkeit ließ (34. Min.). Die Hausherren drängten nun auf den dritten Treffer, übersahen dabei aber Ryan Murphy, der nach langem Pass von Adam Brooks einen Tick schneller als Henrik Haukeland an der Scheibe war und damit wieder ausglich (37. Min.). In Minute 20 zog Stefan Loibl einfach ab, jagte die Hartgummischeibe aber am gegnerischen Tor vorbei. Wegen Torhüterbehinderung musste Markus Eisenschmid die nächsten beiden Strafminuten absitzen. Ein erster Handgelenkschuss von Stefan Loibl war sichere Beute von Antoine Bibeau. In der Folge hatte Straubings Special Team Probleme, in Aufstellung zu kommen – lediglich Alex Green brachte noch einen satten Schuss von der blauen Linie an, ansonsten konnte sich München ein ums andere Mal befreien und so lief diese Strafzeit herunter. Dann zog Nick Halloran eine Strafe wegen Stockschlags und somit hatten die Tigers ihre erste Unterzahlsituation in diesem Spiel zu überstehen. Nachdem eine Minute abgelaufen war, hatte Veit Oswald den Puck im Slot auf dem Schläger, Henrik Haukeland machte sich aber so breit wie möglich und konnte parieren. Kurz vor Ablauf der Strafe zog Markus Eisenschmid per Direktabnahme ab, verfehlte das Tor jedoch. Nach Ablauf der Strafe gegen Halloran entwickelte sich ein Gerangel vor Haukeland, das je zwei Strafminuten gegen Alex Green und Brady Ferguson zur Folge hatte. Straubings Verteidiger wurde zudem mit zwei Minuten wegen eines Stockchecks belegt. Damit musste Straubing erneut mit einem Mann weniger auskommen. Aber auch Jeremy McKenna musste mit der Drittelsirene wegen Stockschlags in die Kühlbox. Mit 2:2 Toren wurden die Seiten zum letzten Mal gewechselt.
Weder bei vier gegen vier noch im darauf folgenden kurzen Powerplay der Gastgeber passierte etwas Erwähnenswertes. Mit einem sehenswerten Doppelpass gingen die Niederbayern nach dreieinhalb Minuten wieder in Führung: Tyler Madden eroberte den Puck, passte auf Nick Halloran, der umgehend wieder zurückpasste, und damit war Antoine Bibeau zum dritten Mal an diesem Abend geschlagen (44. Min.). Eine Minute später traf Nikolaus Heigl Skyler McKenzie mit dem Schläger im Gesicht und musste daraufhin für zwei Minuten von der Sünderbank zuschauen. Tyler Madden und Marcel Brandt verbuchten gute Möglichkeiten, fanden allerdings den Weg ins Tor nicht. Kurz vor Ablauf der Strafe startete Markus Eisenschmid einen Breakaway, wurde aber von Elis Hede gerade noch eingeholt und entscheidend am Schuss gehindert. In der 48. Minute kurvte Ryan Murphy relativ unbedrängt durch Straubings Verteidigungszone, hatte das Auge für Adam Brooks und dieser verwertete die Vorlage zum 3:3. Beide Teams lauerten auf den nächsten Fehler der jeweils anderen Mannschaft, um den lucky punch zu setzen. Nach einem unglücklich springenden Puck kam Patrick Hager zum Schuss und brachte seine Farben zum ersten Mal an diesem Abend in Führung (52. Min.). Und München legte nach: Gabriel Fontaine scheiterte mit seinem ersten Abschluss noch an Haukeland, setzte aber nach und beförderte den Puck im zweiten Anlauf mit der Rückhand über die Linie (54. Min.). In den verbleibenden fünf Minuten mussten die Tigers also einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen. Drei Minuten vor Spielende schwor Craig Woodcroft seine Mannschaft bei einer Auszeit auf den Schlussspurt ein. Henrik Haukeland blieb auf der Bank, für ihn kam ein zusätzlicher Feldspieler. Doch die Lücke für Straubing tat sich nicht mehr auf. Ein Schuss von Nicolas Beaudin strich am Pfosten vorbei. Auch in den verbleibenden Sekunden kamen die Niederbayern nicht mehr heran, stattdessen machte Veit Oswald mit dem empty netter alles klar.
Ausblick
Am Sonntag treffen die Tigers auswärts auf die Schwenninger Wild Wings (11.01.2026, 19:00 Uhr, Helios Arena, Villingen-Schwenningen). Ein weiteres Auswärtsspiel steht am darauffolgenden Freitag bei den Ingolstädter Panthern an (16.01.2026, 19:30 Uhr, Saturn Arena, Ingolstadt). Am nächsten Sonntag sind dann die Augsburger Panther am Pulverturm zu Gast (18.01.2026, 16:30 Uhr, Eisstadion am Pulverturm, Straubing).
Übertragung
Die Partien der PENNY DEL werden live bei MagentaSport übertragen. Im Normalfall ist auch unser Fanradio „Straubing Tigers on Air“ bei allen Spielen vor Ort und sendet über die App „Mixlr“ sowie via Internet.
Ticketing
Tickets für die Heimspiele können über das Online-Ticketing der Straubing Tigers unter https://tickets.tigershockey.de sowie gebührenfrei an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Auch die Stadionkassen sind ab 90 Minuten vor Spielbeginn geöffnet.
Straubing Tigers vs. EHC Red Bull München 3:6 (1:1, 1:1, 1:4)
Tore: 1:0 (05:54) Hede E. (Beaudin N., McKenzie S., EQ); 1:1 (06:41) Hirose T. (Wagner F., Oswald V., EQ); 2:1 (23:49) Loibl S. (Brandt M., Hede E., PP1); 2:2 (26:47) Murphy R. (Brooks A., Oswald V., EQ); 3:2 (43:34) Madden T. (Halloran N., EQ); 3:3 (47:52) Brooks A. (Murphy R., Oswald V., EQ); 3:4 (51:44) Hager P. (Fontaine G., Murphy R., EQ); 3:5 (53:49) Fontaine G. (McKenna J., Hager P., EQ); 3:6 (59:49) Oswald V. (Ferguson B., EQ-EN).
Straubing Tigers: Haukeland (Bugl, Wieber) – Beaudin, Brandt, Halloran, Madden, Hede – Green, Zimmermann, Fleischer, Melnick, Loibl – Merkley, Klein, McKenzie, Brunnhuber, Scott.
EHC Red Bull München: Bibeau (Wolf) – Murphy, Heatherington, Hirose, Brooks, Oswald – Pokka, Wagner, McKenna, Fontaine, Schreiner – Abeltshauser, Daubner, Eisenschmid, Hager, Heigl – Warnecke, Krening, Ferguson, Ehliz.
Strafen: Straubing: 6 Minuten – München: 12 Minuten
Zuschauer: 5.635 (ausverkauft)
Schiedsrichter: S. MacFarlane / D. Cespiva
Spielstätte: Eisstadion am Pulverturm, Straubing

