Die Grizzlys Wolfsburg sicherten sich mit einem 6:3-Sieg über die Straubing Tigers den Gäubodencup 2026. Besonders im zweiten Drittel, das die Grizzlys mit 3:0 für sich entschieden, war viel Sand im Getriebe der Straubinger Defensivabteilung. Erst nach einem Torwartwechsel stabilisierten sich die Niederbayern, konnten den Rückstand von vier Toren im letzten Drittel aber nicht mehr wettmachen. Das „kleine Finale“ gewannen die Löwen Frankfurt mit 3:1 gegen die Nürnberg Ice Tigers.
Ausgangslage
Am Sonntagabend trafen die Straubing Tigers im Finale des diesjährigen Gäubodencups auf die Grizzlys aus Wolfsburg. Die Gäubodenstädter hatten sich in ihrem Halbfinalspiel am Freitag mit 3:2 gegen die Nürnberg Ice Tigers durchgesetzt, während die Niedersachsen mit 6:4 gegen die Löwen Frankfurt die Oberhand behalten hatten.
Bei den Straubing Tigers standen Jakub Škarek, Stephan Daschner, Tyler Madden und Simon Seidl nicht im Aufgebot. Im Tor bekam heute Florian Bugl den Start.
Die Gäste aus Wolfsburg verzichteten auf Daniel Kettler, Tyler Gaudet, Will Graber und Spencer Machacek. Gäste-Coach Tyler Haskins gab Hannibal Weitzmann den Vorzug im Tor.
Spiel
Das Spiel begann ohne Abtastphase, beide Teams zeigten ein schnelles Umschaltspiel – klare Torchancen blieben in den Anfangsminuten trotzdem Mangelware. In der vierten Minute wurde Nick Halloran mit einem langen Pass von Marcel Brandt bedient und hatte freie Bahn, Hannibal Weitzmann konnte jedoch parieren. Auf der Gegenseite kam Madison Bowey zum Abschluss, sein Schuss blieb in der Abwehr hängen. Mit der nächsten Aktion gingen die Grizzlys in Führung: Erneut tauchte Bowey vor dem Gehäuse von Florian Bugl auf und schob den Puck unter dem Straubinger Schlussmann durch (5. Min.). Dann wurde es ruppig: Nach einem Ellbogencheck musste Hudson Elynuik für fünf Minuten auf die Strafbank, Timo Ruckdäschel begab sich zur Behandlung in die Kabine, konnte später aber wieder mitwirken. Das Powerplay der Gäste kam nicht so recht ins Rollen. Stefan Loibl fing in der elften Minute einen Aufbaupass ab und hatte die Gelegenheit zum Shorthander, der Abschluss seines Alleingangs stellte Hannibal Weitzmann allerdings vor keine Probleme. Wenig später waren die Tigers wieder komplett. In der zwölften Minute wurde Keaton Thompson nach einem Stockcheck für zwei Minuten in die Kühlbox geschickt. Doch Julian Chrobot startete einen Alleingang aus dem eigenen Drittel und überwand Bugl in Unterzahl zum 0:2 (13. Min.). Noch im selben Powerplay stellten die Hausherren den Anschluss wieder her. Der erste Schuss von Jamieson Rees wurde geblockt, der Straubinger Neuzugang kam aber erneut an den Puck und diesmal zappelte die Scheibe im Netz (14. Min.). Die Grizzlys zogen eine weitere Strafe, diesmal musste Bowey wegen Haltens auf der Strafbank Platz nehmen. Das Überzahlspiel blieb diesmal folgenlos; erst kurz nach Ablauf der Strafe verbuchte Nick Halloran eine gute Torchance, die Weitzmann entschärfte. Kurz vor Drittelende leistete sich Bobby Lynch einen Stockschlag, der mit weiteren zwei Strafminuten geahndet wurde. In den verbleibenden 24 Sekunden gelang den Tigers aber kein Abschluss mehr und so ging es mit dem Spielstand von 1:2 zum ersten Mal in die Kabinen.
Mit noch 1:36 Minuten Überzahl auf der Uhr starteten die Niederbayern in den zweiten Abschnitt. Hudson Elynuik kam frei vor Weitzmann zum Schuss, brachte den Puck aber nicht richtig unter Kontrolle. Dann musste Nick Halloran wegen Stockschlags runter und die numerische Überlegenheit war somit passé. Auch die Grizzlys konnten ihr kurzes Powerplay nicht nutzen, doch kurze Zeit später klingelte es zum dritten Mal im Kasten von Florian Bugl: Timo Ruckdäschel lief nach einem Fehler im Straubinger Aufbauspiel allein auf das Tor zu und verlud den Schlussmann der Tigers (25. Min.). Spencer Kersten war der Nächste, der für zwei Minuten von draußen zuschauen musste. Beinstellen war sein Vergehen. Als die Gastgeber gerade wieder komplett waren, musste Bugl zum vierten Mal hinter sich greifen. Bobby Lynch war der Torschütze (28. Min.). Ein weiterer Fauxpas in Straubings Hintermannschaft wurde von Luis Schinko mit dem 1:5 bestraft (29. Min.). Craig Woodcroft wechselte den Torhüter – von nun an stand Sebastian Wieber zwischen den Pfosten. Die ersten Schüsse konnte der junge Straubinger Goalie auch gleich parieren und wurde von den Fans dafür gefeiert. In der Folge ging der erhoffte Ruck durch das Team der Tigers, die sich stabilisierten und nun wieder offensiv in Erscheinung traten. Drei Minuten vor der zweiten Pausensirene vergaben die Niederbayern zwei dicke Gelegenheiten auf ihren zweiten Treffer. Das Drittel beendeten die Tigers nach einem Haken von Hudson Elynuik in Unterzahl – und mit einem Rückstand von vier Toren.
Der muntere Strafzeiten-Reigen setzte sich im Schlussdrittel fort: Kaum waren die Niederbayern wieder komplett, da wanderte auf Wolfsburger Seite Julian Melchiori nach einem Beinstellen auf die Sünderbank. Aber das Überzahl der Straubinger stach erneut nicht. In Spielminute 46 zog Pasanen die nächste kleine Strafe, diesmal wegen Haltens. Zu ihm gesellte sich Tyler Morley wegen Beinstellens, sodass Straubing nun sogar 40 Sekunden in doppelter Überzahl agieren durfte. Julian Melchiori bevölkerte die Strafbank wegen Behinderung, was weitere 59 Sekunden doppelte Überzahl für die Tigers bedeutete. Als die Grizzlys gerade wieder zu viert waren, waren die Powerplay-Bemühungen der Hausherren von Erfolg gekrönt: Nicolas Beaudin traf zum 2:5 (50. Min.). Als ein Beinstellen von Danjo Leonhardt geahndet wurde, mussten sich die Tigers erneut im Penaltykilling üben. Wieder in voller Stärke schnappte sich Nick Halloran den Puck im gegnerischen Drittel, kurvte im hohen Slot vor das Tor, nahm genau Maß und überwand Hannibal Weitzmann zum 3:5 (54. Min.). Zweieinhalb Minuten vor Spielende ging Sebastian Wieber zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Zudem erhielt Tyler Morley eine zweiminütige Strafe wegen Ellbogenchecks. Die Schlussoffensive der Tigers wurde allerdings durch Julian Melchiori mit einem Schuss ins verwaiste Gehäuse gestoppt (59. Min.). Das 3:6 bedeutete gleichzeitig den Endstand in dieser Partie. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Straubinger zehn Sekunden vor Spielende noch eine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis verbüßen mussten.
Ausblick
Die Straubing Tigers brechen nun ins Trainingslager nach Linz auf, an dessen Abschluss am Freitag ein Testspiel gegen die Steinbach Black Wings Linz steht (28.08.2026, 18:30 Uhr, LINZ AG Eisarena, Linz). Am Sonntagnachmittag findet dann am heimischen Pulverturm das Rückspiel gegen die Oberösterreicher statt (30.08.2026, 18:30 Uhr, Eisstadion am Pulverturm, Straubing). Eine Woche später tritt das Team von Cheftrainer Craig Woodcroft zum Doppelvergleich gegen Banes Motor České Budějovice an, am Freitag zunächst auswärts (04.09.2026, 17:30 Uhr, Budvar Aréna, Budweis) und am Sonntag zu Hause (06.09.2026, 16:30 Uhr, Eisstadion am Pulverturm, Straubing). Den Abschluss der Saisonvorbereitung bildet das Testspiel gegen den Mountfield HK (11.09.2026, 17:00 Uhr, ČPP aréna, Hradec Králové).
Ticketing
Tickets für die Heimspiele der Straubing Tigers können über das Online-Ticketing unter https://tickets.tigershockey.de sowie gebührenfrei an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Die Stadionkassen haben ab 90 Minuten vor Spielbeginn geöffnet.
Straubing Tigers vs. Grizzlys Wolfsburg 3:6 (1:2, 0:3, 2:1)
Tore: 0:1 (04:31) M. Bowey (L. Schinko, EQ); 0:2 (12:08) J. Chrobot (J. Feser, T. Pasanen, SH1); 1:2 (13:23) J Rees (M. Brandt, J.C. Beaudin, PP1); 1:3 (24:11) T. Ruckdäschel (EQ); 1:4 (27:39) B. Lynch (T. Pasanen, EQ); 1:5 (28:41) L. Schinko (J. Feser , T. Morley , EQ); 2:5 (49:20) N. Beaudin (J. Rees, S. Loibl, PP1); 3:5 (53:51) N. Halloran (J.C. Beaudin, J. Duszak, EQ); 3:6 (58:19) J. Melchiori (SH1-EN).
Straubing Tigers: Bugl (Wieber) – Zimmermann, Brandt, Halloran, Leonhardt, Rees – Green, N.Beaudin, Kersten, J.C. Beaudin, Elynuik – Duszak, Klein, McKenzie, Loibl, Varejcka – Kukuk, Bleicher, Jentzsch, Brandl, Brunnhuber.
Grizzlys Wolfsburg: Weitzmann (Strahlmeier) – Lancaster, Melchiori, Lynch, Feser, Chrobot – Bowey, Pfohl, Schinko, Morley, Willhöft – Pasanen, Thompson, Ziegler, Choupani, Veber – Hafenrtichter, Möser, Raab, Ramoser, Ruckdäschel.
Strafen: Straubing: 17 Minuten – Wolfsburg: 18 Minuten
Schiedsrichter: L. Kohlmüller / T. Hefner
Spielstätte: Eisstadion am Pulverturm, Straubing
Im „kleinen Finale“ des Gäubodencups standen sich am Nachmittag die Nürnberg Ice Tigers und die Löwen Frankfurt gegenüber. Die Frankfurter gingen dabei mit 3:1 als Sieger vom Eis und holten sich somit den dritten Platz.
Nürnberg Ice Tigers vs. Löwen Frankfurt 1:3 (0:0, 1:0, 0:3)
Tore: 1:0 (39:49) O. Headrick (J. Weber, EQ); 1:1 (48:18) E. Uba (EQ); 1:2 (49:33) L. Fröberg (A. Wagner, PP1); 1:3 (51:18) E. Uba (M. Leden, EQ).
Nürnberg Ice Tigers: Janett (Treutle) – Headrick, Karrer, Barratt, Cates, Spezia – Jandric, Merkl, Meireles, Magera, Samanski – J. Weber, M. Weber, Eham, N. Heigl, T. Heigl – Bakos.
Löwen Frankfurt: Brenner (Pertuch) – Joyaux, Fröberg, Brace, Pfaffengut, T. Kose – Wirt, Matushkin, Uba, Biro, Wagner – Abeltshauser, Krupp, Romano, Wedman, Schweiger – Leden, Bidoul, Van Calster, Dunham, Glover.
Strafen: Nürnberg: 14 Minuten – Frankfurt: 8 Minuten
Spielstätte: Eisstadion am Pulverturm, Straubing

