Die Straubing Tigers holten am Dienstagabend im ersten Duell gegen die Eisbären Berlin einen verdienten 5:1-Heimsieg. In den Anfangsminuten überrollten die Niederbayern die Gäste regelrecht und gingen mit 3:0 in Führung. In der teilweise recht ruppig geführten Partie zogen die Hausherren schließlich sogar auf 5:0 davon. Der späte Anschlusstreffer von Liam Kirk war nur noch Ergebniskosmetik.
Ausgangslage
„Schon wieder die Eisbären Berlin“, mag sich so mancher Straubinger Fan nach dem letzten Hauptrundenspieltag gedacht haben! Die Straubing Tigers müssen im diesjährigen DEL-Viertelfinale erneut gegen den amtierenden Meister antreten, gegen den 18 von 21 Playoff-Spielen in den vergangenen Jahren sowie alle fünf Serien verloren wurden.
Die Gäste hatten aufgrund vieler Verletzter lange Zeit mit großen Problemen zu kämpfen, legten aber einen starken Schlussspurt hin und belegten am Ende noch Rang sechs. Topspieler der Eisbären sind die Stürmer Liam Kirk (32 Tore/23 Vorlagen), Frederik Tiffels (9 T./38 V.), Leo Pföderl (11 T./30 V.) und Ty Ronning (19 T./18 V.).
Regelmäßig laufen die Hauptstädter in der Endrunde zu großer Form auf. Doch das diesjährige Aufeinandertreffen steht unter anderen Vorzeichen. Die Niederbayern beendeten die Hauptrunde mit 101 Punkten – der besten Ausbeute in ihrer DEL-Geschichte. Drei von vier Duellen in dieser Saison gingen an die Niederbayern. Auch in den Special Teams, die so häufig Playoff-Spiele entscheiden, weisen die Tigers die besseren Statistiken auf. Und schließlich haben die Straubinger im ersten sowie auch in einem möglichen siebten Spiel Heimrecht – ein wichtiger Faktor angesichts der euphorisierten Fans am Pulverturm!
Bei den Straubing Tigers standen Wade Allison, Mario Zimmermann, Linus Brandl, Skyler McKenzie und Tobias Schwarz nicht im Aufgebot. Das Tor der Hausherren hütete Henrik Haukeland.
Bei den Gästen um Cheftrainer Serge Aubin fehlten Mitch Reinke, Lean Bergmann, Blaine Byron, Korbinian Geibel, Patrick Khodorenko sowie Jake Hildebrand. Im Tor der Gäste stand Jonas Stettmer.
Spiel
Die Tigers-Fans kamen zu Spielbeginn aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus, denn nach gerade einmal zwei Minuten lagen die Hausherren 3:0 in Front! Nach 45 Sekunden klingelte es erstmals im Gästetor. Jonas Stettmer im Eisbären-Tor konnte einen Schuss von Filip Varejcka gerade noch über die Latte lenken. Doch die Straubinger setzten nach und Tim Fleischer stand schließlich am langen Eck goldrichtig, um den Puck im Gästetor zu versenken. Vom Bully weg ging es gleich wieder Richtung Berliner Tor. Die Straubinger spielten sich über mehrere Stationen den Puck hin und her, ohne dass ein Gästespieler entscheidend störte, bis schließlich Halloran abzog. Stettmer lenkte den Puck zwar zur Seite, doch diesmal war Tyler Madden zur Stelle und vollstreckte (01:28). Und wieder nur Sekunden später traf Brunnhuber im Nachschuss, nachdem Stettmer den Schuss von Adrian Klein noch abgewehrt hatte (01:57). Es dauerte bis zur vierten Minute, ehe auch die Gäste erstmals gefährlich vor das Straubinger Tor kamen. Leo Pföderl eroberte an der eigenen blauen Linie den Puck und schickte Liam Kirk auf die Reise, der aber im Alleingang an Haukeland scheiterte. Jean-Sebastian Dea stand zum Nachschuss bereit, wurde aber von Nicolas Beaudin mittels eines Stockschlags am Nachsetzen gehindert. Das folgende Powerplay der Gäste blieb für die Straubinger folgenlos. Wieder komplett übernahmen die Hausherren erneut das Kommando: Halloran spielte quer auf den völlig alleine gelassenen Elis Hede, der den Puck aus kurzer Distanz nicht an Stettmer vorbeibrachte. Nach einer Keilerei mussten ab der zehnten Minute Simon Seidl und Les Lancaster mit kleinen Strafen in die Kühlbox, gleich darauf folgten ihnen Adrian Klein und Yannick Veilleux für jeweils fünf Minuten wegen übertriebener Härte. Anschließend konzentrierten sich beide Teams wieder auf das Spiel und sogleich wurde es gefährlich für Stettmer, der einen Schuss von Alex Green abwehren musste. Gute Chancen von Danjo Leonhardt (an den Pfosten) und Moritz Kretzschmar folgten. Eine Strafzeit gegen Andreas Eder wegen übertriebener Härte bescherte den Tigers in der 18. Minute ihr erstes Powerplay. Die Straubinger taten sich jedoch schwer zum Abschluss zu kommen. Erst kurz vor Ablauf der Strafzeit bot sich Madden und Halloran eine Doppelchance, die die Hausherren aber nicht nutzen konnten. Mit der Pausensirene bekam Alex Green noch eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen unsportlichen Verhaltens aufgebrummt.
Die erste Chance des zweiten Drittels hatte Eisbären-Kapitän Kai Wissmann, dessen Schuss zwar Haukeland durch die Schoner rutschte, aber knapp am Pfosten vorbeiging. Auf der Gegenseite setzte sich Ryan Merkley gut durch, wurde aber von den Beinen geholt. Bei angezeigter Strafe reagierte Danjo Leonhardt am schnellsten und ließ Stettmer keine Chance – 4:0 (22:18)! Gleich darauf hätte Halloran auf Pass von Madden sogar noch erhöhen können, zielte aber neben das Tor. Eine Strafe gegen Marcel Brandt wegen Haltens brachte den Gästen ihre zweite Powerplay-Gelegenheit ein. Andreas Eder und Ty Ronning scheiterten an Haukeland. Kaum waren die Tigers wieder komplett, foulte Markus Vikingstad Madden, sodass nun die Hausherren mit einem Mann mehr agieren konnten. Die Eisbären ließen aber nur wenige Abschlüsse zu. Die beste Chance hatte Connolly, der am Gästegoalie scheiterte. Melnick und Seidl zögerten wenig später bei einem Zwei-auf-eins-Konter zu lange, sodass ein Gegenspieler den möglicherweise entscheidenden Pass unterbinden konnte. Bei einem weiteren Konter von Loibl und Leonhardt zielte letzterer im Fallen vorbei. Auf der Gegenseite prüfte Leo Pföderl Haukeland aus vollem Lauf, aber der Straubinger war nach wie vor nicht zu überwinden. Ein klasse Spielzug mit Doppelpass zwischen Hede und Halloran führte kurz vor Drittelende nicht zum Erfolg. Auch bei einem verdeckten Schuss von Connolly war Stettmer noch mit dem Schoner zur Stelle. So ging es mit einer verdienten 4:0-Führung zum zweiten Mal in die Kabine.
Gleich mit der ersten Chance im letzten Abschnitt trafen die Tigers zum 5:0 und erstickten damit die Bemühungen der Gäste im Keim. Tyler Madden düpierte an der Mittellinie Jonas Müller, stürmte Richtung Gästetor und spielte quer auf Halloran, der keine Mühe hatte Stettmer zu überwinden (41:10). Liam Kirk hatte wenig später das erste Gästetor auf dem Schläger, Haukeland wehrte aber ab. Dann wurde es wieder ruppig: Nach einem Check gegen den Kopf von Josh Melnick musste Manuel Wiederer für zwei Minuten zuschauen. Im folgenden Powerplay hatte Madden die beste Chance, als er kurz vor Ablauf der Strafzeit mit der Rückhand den freistehenden Stefan Loibl anspielen wollte. Ein Berliner Verteidiger brachte aber gerade noch seinen Schläger dazwischen und lenkte den Puck am Pfosten vorbei. Anschließend mussten nach einem erneuten Gerangel Connolly und Veilleux wegen übertriebener Härte in die Kühlbox. Acht Minuten vor Spielende stand plötzlich Ty Ronning völlig frei, spielte aber nochmals quer, anstatt selbst abzuschließen. Sekunden später kam Ronning abermals frei an den Puck, wurde diesmal aber von Justin Scott abgeräumt, der dafür zwei Strafminuten wegen Beinstellens absitzen musste. Nachdem die Straubinger zunächst gut Schussversuche der Gäste unterbinden konnten, gelang den Eisbären kurz vor Ablauf der Strafzeit doch noch ihr erster Treffer: Einen Schuss von Kai Wissmann von der blauen Linie fälschte Liam Kirk unhaltbar für Haukeland ins Tor ab (54:32). Damit verbaute er zwar Henrik Haukeland den verdienten Shutout, am Sieg der Straubinger war aber nicht mehr zu rütteln. Kurz vor Schluss gab es nach einem Schubser gegen Haukeland und anschließendem Schlagabtausch nochmals Strafen gegen beide Mannschaften: Auf Straubinger Seite mussten Connolly und Daschner in die Kühlbox, auf Berliner Seite lediglich Wiederer. Gleich darauf gesellte sich auch noch Tim Fleischer auf Straubinger Seite hinzu, wodurch die Hausherren das Spiel mit zwei Mann weniger beenden mussten. Am Ergebnis änderte sich aber nichts mehr.
Ausblick
Am Freitag treten die Tigers zum zweiten Viertelfinalspiel in Berlin an (27.03., 19:30 Uhr, Uber Arena, Berlin). Spiel drei steigt am Sonntag (29.03., 14:00 Uhr, Eisstadion am Pulverturm, Straubing) wieder daheim. Am Dienstag darauf steht die nächste Partie in Berlin (31.03., 19:30 Uhr, Uber Arena, Berlin) auf dem Programm. Mögliche weitere Partien sind am 02.04. in Straubing, am 04.04. in Berlin sowie am 06.04. in Straubing. Die Bullyzeiten für die Spiele fünf bis sieben stehen noch nicht fest.
Übertragung
Magenta Sport strahlt alle Partien der PENNY DEL live aus. DF1 zeigt zudem im Free-TV die Spiele drei und vier. Im Normalfall ist auch unser Fanradio „Straubing Tigers on Air“ bei allen Spielen vor Ort und sendet über die App „Mixlr“ sowie via Internet.
Ticketing
Sofern noch Tickets für die Heimspiele verfügbar sind, können diese über das Online-Ticketing der Straubing Tigers unter https://tickets.tigershockey.de/ sowie gebührenfrei an allen bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden. Auch die Stadionkassen sind ab 90 Minuten vor Spielbeginn geöffnet.
Straubing Tigers vs. Eisbären Berlin 5:1 (3:0, 1:0, 1:1)
Tore: 1:0 (00:44) Fleischer T. (Brunnhuber T., Green A., EQ); 2:0 (01:28) Madden T. (Halloran N., Hede E., EQ); 3:0 (01:57) Brunnhuber T. (Klein A., Merkley R., EQ); 4:0 (22:18) Leonhardt D. (Merkley R., EQ); 5:0 (41:10) Halloran N. (Madden T., Brandt M., EQ); 5:1 (54:32) Kirk L. (Wissmann K., Veilleux Y., PP1).
Straubing Tigers: Haukeland (Bugl, Wieber) – Leslie, Brandt, Halloran, Madden, Hede – Green, Beaudin, Loibl, Leonhardt, Connolly – Merkley, Klein, Fleischer, Brunnhuber, Varejcka – Daschner, Seidl, Melnick, Scott.
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße) – Wissmann, Müller, Ronning, Pföderl, Tiffels – Niemeläinen, Mik, Kirk, Dea J.-, Noebels – Smith, Kretzschmar, Eder, Vikingstad, Veilleux – Lancaster, Wiederer, Hördler.
Strafen: Straubing: 31 Minuten – Berlin: 19 Minuten
Zuschauer: 5.635 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Jackson Kozari / Martin Frano
Spielstätte: Eisstadion am Pulverturm, Straubing

