Stefan Loibl und Benedikt Schopper im Interview

Freitag, 24. Mai 2019

Der gebürtige Straubinger Stefan Loibl und Abwehrhüne Benedikt Schopper waren Teil des DEB-WM-Teams 2019 und haben ihren Teil zur besten Vorrundenleistung einer deutschen Nationalmannschaft, die bislang bei einer WM erbracht wurde, beigetragen.

Wir haben uns mit dem Duo nach dem Viertelfinalaus gegen den mehrfachen Weltmeister Tschechien (1:5) unterhalten.

Benedikt, was überwiegt derzeit bei dir: die Freude über ein insgesamt hervorragendes Abschneiden, oder die Tatsache, dass gegen Tschechien mit etwas Glück mehr drin gewesen wäre?
„Meine Gefühle sind gemischt. Einerseits bin ich traurig, dass wir als Mannschaft, die sehr gut harmoniert hat, nicht mehr dabei sind - auf der anderen Seite bin ich sehr stolz, Teil dieser Truppe gewesen zu sein, da sie viel für das deutsche Eishockey geleistet hat.“

War das 1:8 gegen Kanada in Spiel fünf ein „Push“ zur rechten Zeit für Euch? Hat diese Niederlage vielleicht sogar ungeahnte Kraftreserven freigesetzt?
„Das mag tatsächlich so gewesen sein. Das "Hallo-Wach" kam zur richtigen Zeit, hat uns aufgeweckt und daraus haben wir gelernt.“

Was war Euer bestes Spiel aus „Mannschaftssicht“ und warum?
„Alle Spiele hatten Höhen und Tiefen, aber das Duell gegen Tschechien hat mich am meisten begeistert.“

Und deine beste Partie aus persönlicher Sicht?
„Ich habe leider nicht das spielen können, was ich während der mehrwöchigen Vorbereitung gezeigt und mir vorgenommen habe. Das ärgert mich gewaltig, aber es ging ja nicht um mich persönlich, sondern um den Mannschaftserfolg.“

Stefan, wie habt Ihr die Weltmeisterschaft heute Nacht beschlossen? Wurde noch etwas gefeiert oder vielleicht sogar die viel zitierte „S…“ rausgelassen?
„Natürlich waren wir aufgrund der Niederlage im ersten Moment enttäuscht, aber sehr schnell wurde uns bewusst, was wir erreicht haben. Und das haben wir dann auch ordentlich gefeiert (lacht). “

Wie fällt dein WM-Fazit aus?
„Wir haben ein gutes Turnier gespielt und bewiesen, dass wir mit den sogenannten großen Teams mehr als nur mithalten können, indem wir beispielsweise Finnland geschlagen haben. Die deutsche Eishockey Nationalmannschaft braucht sich derzeit vor niemandem verstecken.“

Was war dein persönliches Turnier-Highlight?
„Das Viertelfinalspiel und die ganze Atmosphäre das komplette Turnier über.“

Was konntest du als junger Spieler, von Mitspielern oder auch gegnerischen Cracks, mitnehmen oder „abschauen“?
„Ich möchte hier keine einzelne Spieler aufzählen, denn man kann sich von allen etwas abschauen und immer weiterentwickeln. Eine Weltmeisterschaft ist eine sehr große Plattform, auf der man sich nicht nur zeigen kann, sondern auch ständig Neues erfährt.“

Hast du Spiele ohne deutsche Beteiligung live in der Halle verfolgt? Falls ja, welche waren das und warum?
„Ich habe alle Spiele verfolgt, so gut es ging. Beim Eröffnungsspiel USA gegen Finnland war ich vor Ort und sehr beeindruckt.“

Benedikt, inwiefern unterscheidet sich das internationale Niveau vom Level der Deutschen Eishockey Liga?
„Es wird viel schneller und härter gespielt.“

Für dich war es die erste WM-Teilnahme. Hast du nun „Blut geleckt“ und willst 2020 in der Schweiz auf alle Fälle wieder dabei sein?
„Naja, ich mache erst einmal Urlaub, will mich gut erholen und mit aufgeladenem Akku die Saisonvorbereitung in Straubing aufnehmen. Was nächstes Jahr im Mai ist, darüber denke ich heute ehrlich gesagt noch nicht nach, aber ich vermute mal, das war meine erste und letzte WM. Sollte es doch noch einmal klappen, werde ich selbstverständlich nicht nein sagen.“

Wie können dir und Stefan die gemachten WM-Erfahrungen kommende Saison bei den Straubing Tigers zu Gute kommen?
„Mein Selbstvertrauen könnte einen gewaltigen Schub bekommen und für Stefan war es sicherlich ein weiterer, wichtiger Schritt einer hoffentlich langen und erfolgreichen Karriere.“