Sandro Schönberger: „Heuer hat es wieder gefunkt am Pulverturm“

Montag, 25. März 2019

Foto: City-Press GmbH.

Der 32-Jährige Angreifer hat mittlerweile zehn komplette DEL-Spielzeiten im Trikot der Straubing Tigers absolviert und gehört deshalb längst zum Inventar am Pulverturm. Im Gespräch verrät der gebürtige Oberpfälzer wie er die Saison 2018/19 erlebt hat und warum es für ihn zuletzt wochenlang „Zähne zusammenbeißen“ hieß.

Sandro, wie lautet dein Fazit hinsichtlich der Saison 2018/19?
„Wir können stolz auf die beste Hauptrunde der Clubgeschichte zurückblicken. Sehr positiv war, dass wir über die komplette Saison attraktives Eishockey gezeigt und somit unsere Fans durchweg begeistert haben.“

Wie bereits mehrfach angesprochen, hat es trotz bester Hauptrunde der Clubgeschichte (81 Punkte) leider nicht zu einer Viertelfinal-Teilnahme gereicht. Was überwiegt bei dir: die Freude über eine starke Hauptrunden-Leistung oder die Enttäuschung aufgrund des zu frühen Ausscheidens?
„Man muss beides betrachten: zum einen freuen wir uns über die tolle Hauptrundenleistung, aber andererseits waren wir zu gut, um bereits in der 1. Playoff-Runde auszuscheiden. Wir alle müssen nun gemeinsam unsere Lehren daraus ziehen, um künftig in ähnlichen Situationen erfolgreich zu sein.“

Wenn du die Chemie innerhalb der Mannschaft beschreiben müsstest…
„…würde ich überragend sagen. Wir sind ein „bunter Haufen“, der schnell zu einer Einheit zusammengewachsen ist und stets füreinander einsteht.“

Mit Jeremy Williams haben die Straubing Tigers erstmalig in ihrer Geschichte den Hauptrunden-Topscorer gestellt. Ist das nicht nur für den Spieler, sondern auch für den Club ein besonderes Prädikat?
„Absolut. Dass wir einen Spieler wie ihn in unseren Reihen haben, ist für Straubing etwas besonderes. Jeremy hat sich mit seinen Leistungen über die gesamte Spielzeit den Titel redlich verdient.“

Du hast dich in den letzten Monaten im wahrsten Sinne des Wortes „durchgebissen“…
„…ja, das stimmt. Im November habe ich mir, als ich einen Schuss geblockt habe, einen Teil der linken Kniescheibe gebrochen. Die Heilung ist leider nicht wie gewünscht fortgeschritten und im Dezember habe ich mir dann zu allem Überfluss noch eine Hand gebrochen und konnte der Mannschaft nicht mehr so helfen, wie ich das gern getan hätte. Betreffend der Verletzungen gab es zwei Optionen: unter Schmerzen weiterspielen und für meine Mitspieler sowie die Fans da sein, oder mich an beiden Stellen operieren lassen und damit das Saisonaus in Kauf zu nehmen. Da ich keiner bin, der aufgibt, habe ich auf die Zähne gebissen und die Saison auf dem Eis zu Ende gebracht.“

Wie geht es für dich nach der Operation nun weiter bzw. wie lautet dein Rehaplan?
„Für mich steht an erster Stelle, dass mein Körper wieder vollständig hergestellt wird bzw. ich ganz gesund werde. Erst dann kann ich entsprechende Reha-Schritte in Angriff nehmen und an meinem Comeback arbeiten.“

Die Abschlussfeier in der Karmeliten-Brauereihalle war am letzten Samstag sehr gut besucht. Ist eine gewisse Aufbruchstimmung im Umfeld des Clubs spürbar und woran machst du diese fest?
„Das war in der Tat ein schöner Saisonabschluss. Generell hat es heuer wieder „gefunkt“ am Pulverturm, weshalb wir alle viel Freude an den Straubing Tigers hatten und auch nächste Saison haben werden. Stellvertretend für die Mannschaft möchte ich mich für die Unterstützung der Fans, Gesellschafter, Partner und Sponsoren, ehrenamtlicher Mitarbeiter usw. ganz herzlich bedanken.“

Der Großteil des nächstjährigen Kaders steht und auch das Trainerduo hat verlängert. Wie lautet – Stand heute – deine Prognose für die kommende Spielzeit?
„Wir können guter Dinge sein, denn unser Sportlicher Leiter Jason Dunham hat bislang einen sehr guten Job gemacht. Es war sicher nicht einfach, den Großteil des Teams zu halten, aber zum Glück ist es ihm gelungen. Eine detaillierte Prognose ist zu diesem Zeitpunkt unmöglich, aber eines ist sicher: die Straubing Tigers werden wieder alles geben, um gemeinsam mit ihren tollen Fans die Playoffs zu erreichen.“