Sam Klassen – Der neue Defensivspezialist der Tigers im Fokus

Dienstag, 18. April 2017

Sam Klassen wurde kürzlich als erster Neuzugang bei den Straubing Tigers vorgestellt. Der Verteidiger aus Saskatchewan (Kanada) ist in Deutschland kein Unbekannter, denn von 2014 bis 2016 war er für die Hamburg Freezers aktiv und konnte sich dort in der DEL etablieren. Da sich der Anschutz-Club im Mai 2016 aus der höchsten deutschen Spielklasse zurückzog, endete für den mittlerweile 28-jährigen das Abenteuer Europa schlagartig.

Da es dem Linksschützen und seiner Familie in „Good old germany“ sehr gut gefallen hat, ist der Kontakt nach Deutschland nie abgerissen. Im Frühjahr 2017 verständige sich Sam Klassen mit Jason Dunham auf ein Engagement bei den Straubing Tigers. Von Seiten des Clubs hat man sich kürzlich mit dem „Neu-Tiger“ unterhalten:

 Was muss man über den Menschen Sam Klassen wissen?

„Ich bin in Saskatchewan, einer Kleinstadt mit ca. 2000 Einwohnern, geboren. Meine Familie bewirtschaftet dort einen landwirtschaftlichen Großbetrieb. Auf unserem Bauernhof packen alle mit an, auch unsere Verwandten. Ich würde mich als bodenständigen Familienmenschen beschreiben, der die ehrliche Arbeit schätzt und ein umgänglicher Typ ist. Seit sechs Jahren bin ich mit meiner Frau Jaylin verheiratet und habe zwei junge Töchter, Avalie (3 Jahre) und Kate (6 Monate). Ich bin gern unter Leuten und außer dem Hockey-Sport treibe ich noch viele weitere Sportarten und höre gerne Musik."

Und den Eishockeyspieler?

„Ich sehe mich als Defensivspezialisten. Meine Stärken liegen zudem im Unterzahlspiel und ich werfe mich auch gerne in die Schüsse des Gegners. Wenn ich auf dem Eis bin, gebe ich immer Vollgas, d. h. versuche stets ein Maximum an Leidenschaft an den Tag zu legen.“

Welche Gründe waren für Deinen Wechsel nach Straubing ausschlaggebend?

„Nachdem ich eine Saison ausgesetzt hatte, galt es die Möglichkeiten auszuloten, wie ich in die DEL zurückkehren kann. Die Gespräche mit Jason Dunham waren sehr positiv und auch Adam Mitchell, den ich bereits aus Hamburg kenne, wusste nur gutes zu berichten. Ich denke Straubing ist auch ein schönes Fleckchen Erde, wo es sich zu leben lohnt. Die Stadt hat genau die richtige Größe - nicht zu groß und nicht zu klein."

Was weißt Du bereits über Deinen neuen Arbeitgeber?

„Als ich zu meiner Freezers-Zeit gegen die Tigers gespielt habe, war das immer sehr unangenehm, denn Straubing gibt bis zum Schluss alles und hört einfach nie auf. Diese Kämpfermentalität deckt sich auch gut mit meiner Einstellung. Was die Organisation betrifft, läuft laut Adam Mitchell und Colton Jobke, der im Übrigen auch zu meinen Freunden zählt, alles sauber und fair ab. Zusagen werden eingehalten - das ist im Eishockey leider nicht immer so."

Kennst Du bereits einzelne Teammitglieder?

„Adam Mitchell hatte ich ja schon erwähnt, wir waren in Hamburg quasi Nachbarn und haben viel mit unseren Familien unternommen. Ich denke das wird in Straubing ähnlich laufen. Colton Jobke lernte ich über einen Kumpel kennen und Josh Nicholls war bereits bei den Saskatoon Blades und dann eine Saison in Greenville mein Mitspieler."

Straubing zählt zu den kleineren Clubs der Liga, ist gewissermaßen immer ein Underdog der die Großen ärgern will. Kannst Du Dich persönlich mit dieser Rolle identifizieren?

„Ja, auf jeden Fall. Das kann ein zusätzlicher Reiz für das Team sein, es den Big-Teams zu zeigen."

In Hamburg habt Ihr in einer Multifunktionsarena gespielt, die Tigers verfügen über eine kleinere, klassische Eishalle. Worin liegt hier der Unterschied für einen Spieler?

„Ich freue mich darauf am Pulverturm aufzulaufen! Große Stadien haben auch Vorteile, aber ich denke, die kleine aber feine, klassische Halle trifft auf unseren kanadischen Begriff "home-ice-advantage" ziemlich genau zu. In solchen Hallen zu spielen, ist doch die Hockey-Grundidee. Bei den Tigers zu spielen war nie leicht, da es hier stets zur Sache ging und die Fans die Jungs lautstark nach vorne gepeitscht haben. Jetzt gehöre ich dazu und das ist schon ein tolles Gefühl."

Deine Erwartungen in Zusammenhang mit dem Wechsel nach Straubing?

"Mich gut im Team einzubringen, so viele Spiele wie nur möglich zu gewinnen und auch außerhalb der Eisfläche anzukommen."

Kommst Du alleine oder mit Familie in den Gäuboden?

„Meine Frau und unsere zwei Kinder sind selbstverständlich mit von der Partie. Zum einen haben wir die Entscheidung nach Europa zu gehen gemeinsam getroffen und von meinen Mädels getrennt zu sein, halte ich einfach nicht lange aus. Zudem haben wir so die Gelegenheit, die schöne Gegend gemeinsam zu erkunden.“

Wie ist es um den Ruf der DEL in Kanada bestellt?

„Sehr gut, die DEL ist in Kanada als professionelle europäische Liga bekannt. Viele meiner Freunde und Familie, die gekommen waren um mich zu besuchen, waren über das Niveau erstaunt."

In Kanada ist die Sportart Eishockey die unumstrittene Nummer eins. Was muss in Deutschland geschehen, dass die schnellste Mannschaftssportart der Welt an Popularität gewinnt?

„Da ist man sicherlich auf einem guten Weg. Allein was sich in Sachen TV-Übertragungen während meiner Abwesenheit getan hat, ist doch toll. Sicher geht nicht alles von heut auf morgen, aber man sollte immer dranbleiben. Dann kann das Produkt Eishockey bestens vermarktet werden. Auch in Deutschland.“

Hast Du eine Botschaft für die Tigers-Fans parat?

"Meine Familie und ich sind sehr aufgeregt und dankbar für die Gelegenheit, nach Straubing kommen zu dürfen und Tigers für die Eishockey-Saison 2017/2018 zu sein. Wir freuen uns nicht nur, dass ich für Euch spielen darf, sondern auch in Eurer schönen Stadt zu leben. Ihr könnt sicher sein, dass ich alles dafür tun werde, dass wir soviel Erfolg wie möglich haben. Wir sehen uns im Sommer."

Steckbrief:

Geburtsdatum: 01.01.1989

Größe/Gewicht: 1,87 Meter / 91 kg

Schusshand: Links

Bisherige Clubs: Humboldt Broncos (SJHL), Saskatoon Blades (WHL), Connecticut Whale (AHL), Greenville Road Runners (ECHL), Hartford Wolf Pack (AHL), Portland Pirates (AHL) und Hamburg Freezers (DEL).