Powerplay | Saison 2024/25 | Ausgabe 5
Powerplay Physiotherapeut im Fokus So hat Martina Reil zusätzlich zu ihrer dreijährigen Aus- bildung neun Semester lang Physiotherapie in Deggen- dorf studiert und dieses Studium auch mit dem Bachelor abgeschlossen. Seit nunmehr vier Jahren arbeitet sie im Reha-Zentrum Straubing. „Dort gab es auch vor mei- ner direkten Tätigkeit als Physio im Team immer wieder Berührungspunkte, etwa wenn ein verletzter Spieler der Tigers für eine Reha-Maßnahme da war.“ Nachdem Martina auch schon länger für NawaRo Straubing im Volleyball sowie für die Straubing Spiders im Football arbeitet, hat sie sich gegenüber der Geschäftsstelle im Reha-Zentrum auch offen dafür erklärt, bei den Straubing Tigers mitzuarbeiten. Seitens der Tigers hatte man Be- darf, weil man mit nur zwei Betreuern – Reinhard „Hartl“ Hoffmann und Alexander Duschl – schon etwas knapp besetzt war, und so ist Jason Dunham auf Martina ge- stoßen und auf sie zugegangen. „Nun ist Hartl wegge- fallen und wir sind wieder nur zu zweit. Aber trotzdem klappt das ganz gut.“ Seit vielen Jahren ist Martina die erste Frau in der medizinischen Abteilung, weswegen sie auch anfangs scherzhaft nur „the woman“ genannt wurde. „Berührungsängste seitens der Spieler gibt es aber keine. Im Gegenteil: Ich wurde von Anfang an super im Team aufgenommen, das Vertrauen in mein fachliches Können war sofort da. Es ist natürlich cool, jetzt hinter die Kulissen blicken zu können und das alles damit von einer ganz anderen Seite wahrzunehmen.“ Neben der Betreuung während der Heim- und Auswärts- spiele übernimmt Martina teilweise auch das Training – die Abläufe sind dabei im Wesentlichen gleich: „Ich bin anderthalb Stunden vor Beginn da und somit vor Ort, falls ein Spieler auf mich zukommt und eine Kleinigkeit be- handelt haben möchte oder Medikamente braucht. Auch während des Trainings bzw. Spiels bin ich anwesend, falls jemand einen Schuss blöd abbekommt, umknickt oder sich sonst eine Verletzung zuzieht.“ Das gleiche Prozede- re gibt es auch für danach: „Einfach da sein, falls jemand eine Behandlung braucht, weil er beispielsweise während des Trainings gemerkt hat, dass die Schulter zwickt, das Knie weh tut oder der untere Rücken Probleme macht.“ Normalerweise kommen die Spieler auf Martina zu, „aber es kommt auch schon mal vor, dass ich nachfrage, ob bei einem Spieler alles gut ist, wenn ich mitkriege, dass er etwa ausgerutscht und gegen den Torpfosten geknallt ist.“ Notfalls werden Verletzungen auch an das Klinikum Straubing zu Dr. Vogt und Dr. Döbereiner weitergeleitet, „mit denen eine super Zusammenarbeit besteht. Wir kom- munizieren viel und auf ihren ärztlichen Rat und ihre Hilfe ist immer Verlass. Dabei lässt Martina alles mit einfließen, was sie während ihrer Ausbildung und den vielen Fortbildungen gelernt hat: Massagetechniken, Gelenktechniken, manuelle Therapie und Lymphdrainage für die Anregung des Abflusssystems bei Schwellungen. „Ich betrachte das immer ganzheitlich und versuche das jeweilige Problem von so vielen Seiten wie nur möglich zu befeuern.“ Auch Prävention spielt eine sehr wichtige Rolle, die ganze Saison hindurch: „Man gibt den Spielern Dehnungstipps oder gibt ihnen Übungen an die Hand, die sie zuhause selber durchführen können, um möglichen Problemen vorzubeugen. Der untere Rücken ist hierbei oft ein Thema.“, berichtet Martina. Zugute kommen Martina dabei auch die Erfahrungen mit der Volleyball- und der Footballmannschaft. „Es ist schon cool, von sich sagen zu können, bei allen drei Straubinger Spitzensportteams mit dabei zu sein. Das ist eine große Reputation für mich.“ Auch wenn es sportartenspezi- fische Unterschiede gibt, da Eishockey und Football im Gegensatz zu Volleyball sehr körperbetonte Sportarten sind, entstehen Synergieeffekte, die sich auf die anderen Teams übertragen lassen. „Durch die Zeit beim Volleyball habe ich gelernt, wie man Verletzungen vorbeugen kann. Im Football und im Eishockey kann man vielen Verletzun- gen einfach nicht vorbeugen. Da lernt man, Verletzungen physiotherapeutisch zu diagnostizieren und einen The- rapieplan dafür festzulegen.“ Straubing Tigers www.tigershockey.de | 61
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