Insolvenz
Nicht zuletzt wegen des Zuschauerschwunds in
der unattraktiven Abstiegsrunde musste der EHC
Straubing im April 2002 Insolvenz anmelden. Als
erstem Eishockeyclub in Deutschland gelingt es
jedoch dem EHC Straubing die Insolvenz
erfolgreich über die Bühne zu bringen. Zu
verdanken ist dieser positive Verlauf den
Verantwortlichen um Jürgen Pfundtner und den
Gesellschaftern der neu gegründeten Tigers AG.
Die Profimannschaft wird ausgegliedert und das
finanzielle Risiko des Spielbetriebs in der II.
Bundesliga übernimmt die Tigers AG. Die Tigers
AG und der Stammverein EHC Straubing
schließen einen Kooperationsvertrag und die
Straubing Tigers, so nun der offizielle Name des
Teams, dürfen wieder in der 2. Bundesliga an den
Start gehen. Im April 2003 wird die Insolvenz
entgültig erfolgreich abgeschlossen.
In der Saison
2002/03
steht weiterhin Kevin
Gaudet als verantwortlicher Mann an der Bande.
Im Tor bekommt Dominik Lonscher mit dem
Förderlizenzspieler Dimitrij Kotschnev harte
Konkurrenz. Beide Torhüter liefern sich ein
sportliches Duell über die ganze Saison, bei dem
Kotschnev in der Schlussphase die Nase ein
wenig vorn hat. Das Duell um das Tor treibt die
beiden Goalies zu guten Leistungen an und so
gelingt in diesem Jahr der Sprung auf Platz acht.
Die Tigers nehmen erstmals seit dem Wiederauf-
stieg in die 2. Bundesliga an den Playoffs teil. Die
Freude währt allerdings nur kurz, zu
kräftezehrend war der Kampf um den letzten
Startplatz in der Schlussphase, zu kaputt sind die
Leistungsträger im Team. So hat man dem SC
Bietigheim-Bissingen nichts entgegenzusetzen
und scheidet mit einem Sweep (0:3) in der
Viertelfinalserie aus. Die besten Punktesammler
der Saison sind Pierre Sevigny (31/51/82),
Norman Batherson (25/56/81) und Billy Trew
(37/38/75).
Von 2003 – 2008
Im Jahr
2003/04
treten die Tigers, erneut unter
Kevin Gaudet, wieder mit dem Ziel Playoffs an.
Im Tor steht ein neuer Mann, Mika Pietilä aus
Finnland. Pietilä beendet die Saison als
statistisch zweitbester Torhüter der Liga, bleibt
aber bei den Fans stets umstritten und verliert in
der Schlussphase der Saison das Vertrauen von
Trainer Gaudet. Die Tigers landen überraschend,
aber völlig verdient, nach der Hauptrunde auf
dem dritten Rang und erobern das Heimrecht für
die Playoffs. Gegner ist erneut der SC
Bietigheim-Bissingen und kurz vor dem Spiel
zaubert Tigerstrainer Gaudet mit dem
Förderlizenzspieler Christian Rhode einen neuen
Torwart aus dem Hut. Straubing kann also mit
sechs ausländischen Feldspielern agieren und
führt bis wenige Sekunden vor Schluss der
Partie. Als 6 (!) Sekunden vor dem Ende die
Tigers mehr auf die Uhr als auf den Gegner
achten zieht der Bietigheimer Verteidiger Elfring
an der Mittellinie ab – und trifft. Die Tigers
erholen sich nicht mehr von diesem Schock und
verlieren das Spiel im Penaltyschießen. Die
Tigers kommen nicht mehr in die Serie zurück
und wieder erleidet man gegen die Schwaben
einen Sweep.
Die meisten Punkte erzielten in diesem Jahr
Norman Batherson (32/40/72), Niklas Hede
(22/42/64)
und Bill Trew (22/29/51).
Die Saison
2004/05
bietet den Tigersfans
zahlreiche Höhepunkte, aber auch einige weniger
schöne Erinnerungen. Bereits in der Vorbereitung
erleidet Kapitän Andy Lupzig einen Kreuzbandriss
und fällt langfristig aus. Als Ersatz verpflichten
die Tigers Stefan Mann und machen damit einen
Glücksgriff. Mann, als durchaus kantiger
Charakter bekannt, zeigt sich in Straubing von
seiner besten Seite und wird unglaublich wertvoll
für das Team. Trainer Kevin Gaudet führt die
Tigers an die Spitze der Liga und verabschiedet
sich überraschend kurz nach der Länderspiel-
pause im November nach Hannover zu den
Scorpions in die DEL. Günther Preuß springt für
paar Spiele ein und die fieberhafte Suche nach
einem Nachfolger beginnt. Gefunden wird er in
Danny Naud, der einige Wochen zuvor in
Bietigheim gehen musste. Naud übernimmt eine
intakte, charakterstarke Truppe und trotz der
Minikrise beenden die Tigers die Saison als
Tabellenführer.
Im Viertelfinale geht es (schon wieder) gegen den
SC Bietigheim-Bissingen und diesmal haben nach
einem harten Kampf am Ende die Tigers die Nase
vorn (Serie 4:2). Im Halbfinale steht der Vergleich
mit dem REV Bremerhaven an und hier kommt es
zu einem Spiel für die Geschichtsbücher. In der
dritten Begegnung, die Serie stand 1:1, lagen die
Tigers 17 Sekunden vor dem Spielende 2:3
zurück und schafften doch noch den Ausgleich!
In der Verlängerung zog man den Fischtown
Pinguins dann den Zahn und im vierten Spiel
wurde das Finale klargemacht.
Im Finale traf man auf die Füchse Duisburg, und
da Füchse bekanntlich schlau sind, hatten die
Duisburger reichlich von der Förderlizenzregelung
Gebrauch gemacht. Teilweise liefen sie dann
sogar mit aktuellen deutschen Nationalspielern
im Finale auf. Es entstanden drei sehr knappe
Spiele. Am Ende hatten die Füchse Duisburg aber
immer die schlaue Nase vorn. Die Serie endete
mit 0:3 und trotzdem hatten die Straubing Tigers
den größten Erfolg der Straubinger
Eishockeygeschichte erreicht.
Die Stützen der Mannschaft waren in der
Vizemeistersaison die Topscorer Trevor Gallant
(30/57/87),
Niklas Hede (27/50/77) und Norman
Batherson (39/37/76), sowie Torhüter Mike
Bales, der als bester Goalie der Liga
ausgezeichnet wurde. Nicht unerwähnt darf
freilich Andreas Lupzig bleiben. Lupzig hatte sich
Dominik
Lonscher
Andreas
Lupzig